Garachico & Icod de los Vinos★★
Garachico war einst der wichtigste Hafen Teneriffas — bis 1706, als ein Ausbruch des Vulkans Trevejo die Stadt unter Lava begrub und den Hafen zerstörte. Heute ist Garachico ein verschlafenes Städtchen mit einer melancholischen Schönheit: prächtige Renaissancepaläste erinnern an den einstigen Wohlstand, und die vom Lavastrom geformten natürlichen Meeresschwimmbecken (El Caletón) sind eine der großen Attraktionen der Nordküste — kostenloses Baden in kristallklarem Meerwasser inmitten schwarzer Lavaformationen.
Die Plaza de la Libertad mit ihren alten Lorbeerbäumen, das Castillo de San Miguel (16. Jh., heute kleines Museum, 2 €) und die Iglesia de Santa Ana bilden ein harmonisches Ensemble. Garachico ist der perfekte Ort für einen halben Tag — flanieren, schwimmen, in einer Bar am Platz sitzen und die Ruhe genießen.
Icod de los Vinos liegt 15 Minuten östlich und ist berühmt für den Drago Milenario — den „Tausendjährigen Drachenbaum". Der knorrige Baum (tatsächlich wohl 600–800 Jahre alt, nicht 1.000) ist das meistfotografierte Pflanzendenkmal der Kanaren: 16 Meter hoch, Stammumfang von 6 Metern, und die Krone erstreckt sich über 50 m². Man kann ihn kostenlos von der Plaza Andrés de Lorenzo Cáceres sehen, aber der Eintritt in den umgebenden Parque del Drago (5 €) lohnt sich für Nahaufnahmen und den schönen botanischen Garten.
Weinfreunde aufgepasst: Die Cueva del Viento bei Icod ist die längste Lavahöhle Europas und eine der längsten der Welt (18 km Gangsystem, 200 m begehbar). Die geführte Tour durch die vulkanischen Tunnel dauert 2 Stunden und kostet 20 €. Voranmeldung nötig.
💡 Tipp
Die natürlichen Pools von Garachico (El Caletón) sind bei Flut am besten — das Wasser wird dann frisch nachgefüllt und die Becken sind tiefer. Handtuch und Badeschuhe mitbringen, der Lavafels ist rau. Parken am Ortsrand und zu Fuß gehen.