Gordes & Luberon-Dörfer★★★
Der Luberon ist der Traum jedes Provence-Reisenden: eine Kette von Hügeln zwischen Cavaillon und Manosque, bekannt durch Peter Mayles Buch „Ein Jahr in der Provence", gekrönt von den schönsten Dörfern Frankreichs (Villages les plus beaux de France). Honigfarbene Steinhäuser klammern sich an Felskuppen, enge Gassen winden sich um Brunnen und Kirchen, und der Blick schweift über Weinberge, Olivenhaine und Lavendelfelder.
Gordes ★★★
Gordes ist das Postkartendorf der Provence schlechthin: Ein kegelförmiger Hügel, von oben bis unten mit hellen Steinhäusern bedeckt, gekrönt von einer Renaissance-Burg (12.–16. Jh., heute Ausstellungsort). Der Blick vom Aussichtspunkt an der D15 auf das Dorf ist atemberaubend — besonders im Morgen- oder Abendlicht, wenn die Steine golden leuchten. Im Dorf selbst: verwinkelte Gassen, kleine Galerien, ein Wochenmarkt (Dienstag vormittags) mit lokalem Ziegenkäse und Olivenöl. Das Village des Bories (3,5 km südlich) ist ein Freilichtmuseum mit Trockensteinmauer-Hütten, die seit der Bronzezeit genutzt werden (6 €).
Roussillon ★★★
Das „Colorado der Provence": Roussillon leuchtet in allen Ocker-Tönen — von Zitronengelb über Feuerrot bis Rostbraun. Die Häuser sind mit dem lokalen Ocker-Pigment gestrichen, das hier seit dem 18. Jahrhundert abgebaut wurde. Der Sentier des Ocres (Ockerlehrpfad, 3,50 €) führt durch eine surreale Landschaft aus karminroten Felsnadeln und ockerfarbenen Klippen — wie ein Miniatur-Canyon in Arizona. Die Usine Mathieu (alte Ockerfabrik, 8 €) erklärt den Abbau und die Verarbeitung. Achtung: Keine weißen Schuhe tragen — der Ocker färbt ab!
Bonnieux, Ménerbes & Lacoste
Bonnieux: Auf einem Hügel thronend, mit Panoramablick auf das Luberon-Tal. Die alte Kirche (12. Jh.) an der Spitze, der neue Zedernwald am Nordhang. Ménerbes: Peter Mayles Dorf, deutlich ruhiger als Gordes. Das Maison de la Truffe et du Vin bietet Verkostungen von Luberon-Weinen und Trüffelprodukten (Degustationen ab 10 €). Lacoste: Überragt von der Ruine des Schlosses des Marquis de Sade, heute im Besitz von Pierre Cardin, der hier ein Kulturfestival veranstaltet.
Lourmarin
Das „Saint-Tropez des Luberon": Lourmarin ist das lebhafteste der Luberon-Dörfer, mit exzellenten Restaurants, Boutiquen, einem Renaissance-Schloss (5 €) und dem Grab von Albert Camus auf dem kleinen Friedhof. Freitagmorgens ist großer Markt.
💡 Tipp
Ein Auto ist im Luberon fast unerlässlich — die Dörfer sind per Bus kaum erreichbar. Miete in Aix-en-Provence (ab 35 €/Tag). Eine ideale Rundroute: Gordes → Sénanque → Roussillon → Bonnieux → Lacoste → Ménerbes → Lourmarin (ca. 80 km, ganzer Tag). Übernachtung in einer Chambre d'hôte (Gästehaus) statt Hotel — persönlicher und oft mit Abendessen aus eigener Ernte.