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Alentejo · Abschnitt 1/8

Évora & Römischer Tempel

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Évora & Römischer Tempel★★★

Évora, Alentejo
Tempel: 24h frei zugänglich, Knochenkapelle: 9–17 Uhr (Winter), 9–18:30 Uhr (Sommer)
Knochenkapelle: 6€, Kathedrale + Dach: 3,50€, Lóios-Kirche: 5€

Évora ist die heimliche Hauptstadt des Alentejo und eine der besterhaltenen historischen Städte Portugals. Die gesamte Altstadt gehört seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe — und das völlig zu Recht. Innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern aus dem 14. Jahrhundert stapeln sich 2.000 Jahre Geschichte: ein römischer Tempel, eine gotische Kathedrale, eine Renaissance-Universität und eine der makabersten Sehenswürdigkeiten Europas.

Der Templo Romano (oft fälschlicherweise Diana-Tempel genannt) aus dem 2./3. Jahrhundert n. Chr. ist das am besten erhaltene römische Bauwerk auf der Iberischen Halbinsel. 14 korinthische Säulen mit Marmor-Kapitellen ragen über dem Praça do Conde de Vila Flor empor. Erstaunlicherweise überlebte der Tempel nur deshalb, weil er im Mittelalter als Schlachthaus umgebaut wurde — die Mauern zwischen den Säulen schützten die antike Struktur vor Verfall. Erst 1871 wurden die mittelalterlichen Einbauten entfernt.

Direkt gegenüber liegt die Igreja de São João Evangelista (Lóios-Kirche), deren Inneres komplett mit blau-weißen Azulejo-Kacheln aus dem 18. Jahrhundert bedeckt ist — atemberaubend schön und weit weniger überlaufen als die Kathedrale. Der Eintritt von 5€ lohnt sich absolut.

Die Sé Catedral aus dem 12./13. Jahrhundert thront über der Stadt. Die romanisch-gotische Kathedrale hat zwei asymmetrische Türme und ein Dach, das man besteigen kann (Zugang über den Kreuzgang, 3,50€ extra). Von oben überblickt man die gesamte Altstadt und die endlose Alentejo-Ebene dahinter.

Das absolute Highlight — oder der absolute Albtraum, je nach Perspektive — ist die Capela dos Ossos (Knochenkapelle) in der Igreja de São Francisco. Drei Franziskanermönche erbauten sie im 16. Jahrhundert aus den Knochen von geschätzt 5.000 Menschen. Schädel, Oberschenkelknochen und Wirbelsäulen bedecken Wände und Säulen. Über dem Eingang steht: „Nós ossos que aqui estamos, pelos vossos esperamos" — „Wir Knochen, die hier liegen, warten auf die euren." Nichts für schwache Nerven, aber unvergesslich.

💡 Tipp

Évora ist der perfekte Tagesausflug von Lissabon (130 km, ca. 1,5 Stunden mit dem Auto, Zugverbindung ab Lisboa Oriente 1,5 Std., ca. 12€). Aber wer die Stadt wirklich genießen will, übernachtet eine Nacht — abends, wenn die Tagestouristen weg sind, gehört die beleuchtete Altstadt dir allein. Die Pousada de Évora im ehemaligen Kloster direkt neben dem Tempel ist spektakulär (ab 130€/Nacht).

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