Estremoz & das Marmor-Dreieck★★
Zwischen Estremoz, Borba und Vila Viçosa liegt das „Triângulo de Mármore" — Europas größtes Marmorabbaugebiet. Hier wird seit der Römerzeit Marmor abgebaut, und die Landschaft ist surreal: riesige weiße Steinbrüche, die wie Mondkrater in die Hügel geschnitten sind, neben grünen Olivenhainen und weißen Dörfern, deren Straßen, Bordsteine, Türrahmen und sogar Gartenmauern aus purem Marmor bestehen.
Estremoz ist die schönste der drei Städte — eine Festungsstadt auf einem Hügel mit einer trutzigen Burg aus dem 13. Jahrhundert, die heute eine der elegantesten Pousadas Portugals beherbergt (ab 120€/Nacht). Der Samstagsmarkt auf der Praça do Rossio ist einer der authentischsten des Alentejo: Bauern verkaufen Oliven, Käse (der Queijo de Ovelha aus Serpa ist berühmt), Honig, Kräuter und die typischen Alentejo-Tonpuppen (Bonecos de Estremoz), die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.
Vila Viçosa war einst Sitz der Herzöge von Bragança — der Dynastie, die Portugal von 1640 bis 1910 regierte. Der Paço Ducal (Herzogspalast) ist eine 110 Meter lange Marmorfassade, hinter der sich ein Museum mit Originaleinrichtung verbirgt: Wandteppiche, Porzellan, Waffen und die privaten Gemächer der letzten portugiesischen Könige. Die Atmosphäre ist merkwürdig intim — als hätte die königliche Familie gerade den Raum verlassen.
In den Steinbrüchen rund um Borba und Vigária kann man die industrielle Marmor-Gewinnung aus der Nähe betrachten. Einige Steinbrüche bieten Führungen an (ca. 15€/Person). Die stillgelegten Brüche haben sich mit kristallklarem, türkisfarbenem Wasser gefüllt — Baden ist offiziell verboten, aber die Einheimischen tun es trotzdem. Die Farben sind unwirklich schön.
💡 Tipp
Der Samstagsmarkt in Estremoz (8–13 Uhr, Praça do Rossio) ist ein Muss. Hier kaufen Einheimische ein, nicht Touristen. Den Queijo de Évora (Schafskäse mit Distellab) unbedingt probieren — es gibt ihn frisch, halbgereift und gereift. Dazu Brot, Oliven und eine Flasche Alentejo-Rotwein vom Markt.