Alentejo · Abschnitt 5/8

Korkeichenwälder

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Korkeichenwälder★★

Observatório do Sobreiro, Coruche
Observatório: 5€, Führung inkl.

Portugal produziert über die Hälfte des gesamten Korks weltweit — und der Großteil davon wächst im Alentejo. Die Korkeichenwälder (Montados) prägen die Landschaft wie nichts anderes: knorrige, uralte Bäume mit geschälten, rotbraunen Stämmen stehen wie Skulpturen in der goldenen Ebene. Es ist eine Kulturlandschaft, die seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet wird — und die 2018 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt wurde.

Die Korkernte (Descortiçamento) ist ein faszinierendes Schauspiel. Alle neun Jahre wird die Rinde eines Baumes von Hand mit speziellen Äxten abgeschält — eine Arbeit, die Geschick und Erfahrung erfordert, um den Baum nicht zu verletzen. Ein guter Korkschäler schafft 20 Bäume am Tag. Die frisch geschälten Stämme leuchten in einem intensiven Orangerot, das über Monate langsam nachdunkelt. Auf den Stämmen steht eine Zahl — das letzte Erntejahr.

Die besten Orte, um Korkeichenwälder zu erleben, sind die Straßen zwischen Évora und Monsaraz (N256 und N255), die Gegend um Grândola (hier steht eine der ältesten Korkeichen der Welt, geschätzt über 230 Jahre alt) und die Region um Coruche, die sich selbst als „Welthauptstadt des Korks" bezeichnet.

Im Observatório do Sobreiro bei Coruche kann man alles über die Korkproduktion lernen: vom Baum bis zum Weinkorken, mit Führungen durch die Fabrik und den angrenzenden Wald. In Évora verkaufen mehrere Geschäfte in der Altstadt wunderschöne Korkprodukte — von Handtaschen über Geldbörsen bis hin zu Regenschirmen, alles aus Kork.

Die Montados sind auch ökologisch unbezahlbar: Sie sind Lebensraum für den Iberischen Luchs (eines der seltensten Raubtiere der Welt), den Schwarzstorch und den Spanischen Kaiseradler. Wer Glück hat — und sehr früh aufsteht — kann in den Wäldern südlich von Mértola Luchse beobachten.

💡 Tipp

Die Korkernte findet von Mai bis August statt — wer in dieser Zeit durch den Alentejo fährt, kann die Arbeiter bei der Ernte beobachten (respektvoll aus der Ferne). Die frisch geschälten, orangeroten Baumstämme sind ein fantastisches Fotomotiv. In den Korkgeschäften von Évora auf „Made in Portugal" achten — billige Importware gibt es leider auch.

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