Meeresbiologie — Wale, Delfine & Schildkröten
Die Gewässer der Kanaren gehören zu den artenreichsten des Nordatlantiks. Die Kombination aus kalter Kanarenströmung, nährstoffreichen Auftriebsgebieten und warmem Ozeanwasser schafft ein marines Ökosystem, das weltweit seinesgleichen sucht.
Wale & Delfine
Zwischen Teneriffa und La Gomera befindet sich eines der bedeutendsten Wal-Habitate Europas. Hier leben das ganze Jahr über:
- Grindwale (Kurzflossen-Grindwale): Eine residente Population von über 400 Tieren lebt permanent in den tiefen Gewässern zwischen den Inseln. Sichtungsrate auf Bootstouren: nahezu 100 %
- Große Tümmler: Spielen regelmäßig in den Bugwellen der Boote
- Rauzahndelfine, Fleckendelfine, Streifendelfine: Verschiedene Arten je nach Saison
- Pottwale: Werden vor allem vor La Palma und El Hierro gesichtet
- Blauwale und Finnwale: Durchzügler im Frühjahr und Herbst — seltener, aber möglich
Die Kanaren sind das einzige Gebiet in Europa, in dem man residente Wale das ganze Jahr über beobachten kann. Whale-Watching-Touren starten von Los Gigantes, Puerto de Santiago und Los Cristianos (Teneriffa) sowie von Valle Gran Rey (La Gomera).
Meeresschildkröten
In kanarischen Gewässern kommen vor allem Unechte Karettschildkröten (Caretta caretta) und gelegentlich Grüne Meeresschildkröten vor. Das Schildkröten-Auffangzentrum in Cofete (Fuerteventura) und die Aufzuchtstation in Mogán (Gran Canaria) kümmern sich um verletzte Tiere und setzen Jungtiere aus.
Unterwasserwelt
Die Kanaren sind ein erstklassiges Tauch- und Schnorchelrevier:
- El Hierro: Das Meeresschutzgebiet Mar de las Calmas ist der beste Tauchspot der Kanaren — kristallklares Wasser, Rochen, Barrakudas, Zackenbarsche und Engelhaie
- Lanzarote: Das Museo Atlántico — ein Unterwassermuseum mit über 300 lebensgroßen Skulpturen von Jason deCaires Taylor in 12-15 m Tiefe
- La Graciosa: Glasklares Wasser und unberührte Tauchplätze
- Teneriffa: Rochen und Schildkröten bei Las Galletas, Wracktauchen bei Puerto de la Cruz
Achtung
Wähle nur zertifizierte Whale-Watching-Anbieter mit dem „Barco Azul" (Blaues Boot)-Zertifikat der kanarischen Regierung. Diese halten vorgeschriebene Mindestabstände ein und begrenzen die Beobachtungszeit. Billiganbieter stören die Tiere massiv.