Teguise & der Sonntagsmarkt★★
Teguise war über 450 Jahre lang Lanzarotes Hauptstadt (1418–1852), bevor Arrecife diese Rolle übernahm. Das Städtchen im Inselinneren hat sein historisches Gesicht bewahrt: gepflasterte Gassen, herrschaftliche Häuser aus dem 16.–18. Jahrhundert, eine große Kirche (Iglesia de Nuestra Señora de Guadalupe) und eine Ruhe unter der Woche, die fast unwirklich wirkt.
Der Sonntagsmarkt
Jeden Sonntag von 9 bis 14 Uhr verwandelt sich Teguise in den größten Markt der Kanaren. Über 400 Stände füllen die Gassen und Plätze: kanarisches Kunsthandwerk, Keramik, Lederwaren, Aloe-Vera-Produkte, Käse, Mojo-Saucen, Schmuck, Vintage-Kleidung. Dazu Live-Musik auf mehreren Plätzen — von kanarischer Folklore (Timple-Gitarre!) bis zu Straßenkünstlern.
Ehrlich gesagt: Der Markt ist touristisch und kann an Spitzentagen (Dezember–Februar, Ostern) erschlagend voll werden. Trotzdem lohnt er sich, weil das Setting — der historische Ort, die Architektur, die Atmosphäre — einzigartig ist. Wer Souvenirs sucht, findet hier die größte Auswahl der Insel.
Tipps für den Marktbesuch:
- Früh kommen (9–10 Uhr): Weniger Gedränge, bessere Stände-Auswahl, Parkplätze noch frei.
- Die Seitenstraßen erkunden: Die Hauptachse ist am vollsten, die Nebenstraßen haben oft die interessanteren Stände.
- Handeln ist akzeptiert, aber nicht bei Lebensmitteln.
- Parken: Kostenlose Parkplätze am Ortsrand, ca. 10 Min. Fußweg. Innerorts: keine Chance.
Castillo de Santa Bárbara
Die Festung auf dem Vulkankegel Guanapay (452 m) oberhalb von Teguise beherbergt ein kleines Museum zur Piratengeschichte Lanzarotes. Wichtiger als das Museum ist die Aussicht: 360°-Panorama über die gesamte Insel. Eintritt: 3 €.
💡 Tipp
Unter der Woche ist Teguise ein völlig anderer Ort — still, verlassen, atmosphärisch. Die Palacio del Marqués (heute Kulturzentrum, kostenlos) und die Iglesia de Guadalupe lassen sich dann in Ruhe besichtigen. Kombination mit dem nahen Jardín de Cactus (10 km) bietet sich an.