Sprachführer Österreichisch · Abschnitt 2/7

Wienerisch — Einführungskurs

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Wienerisch — Einführungskurs

Wienerisch ist mehr als ein Dialekt — es ist ein Lebensgefühl. Der Wiener Dialekt hat Einflüsse aus dem Tschechischen, Ungarischen, Jiddischen und Italienischen aufgesogen und daraus etwas ganz Eigenes gemacht. Hier die wichtigsten Ausdrücke:

WienerischBedeutung
BeislKleines Wirtshaus (aus dem Jiddischen)
GspusiLiebschaft, Affäre (aus dem Italienischen "sposo")
HabererKumpel, Freund
GrantlerGriesgrämiger Mensch (aber liebevoll gemeint)
BabaTschüss (informell)
HawaraFreund, Typ (neutral bis freundlich)
OidaAlter! (Universalwort: Erstaunen, Ärger, Zustimmung, Ablehnung — alles je nach Betonung)
LeiwandSuper, toll, großartig
Ur-Verstärkungs-Vorsilbe: "ur-leiwand" = besonders toll
GschissnMies, schlecht, blöd gelaufen
WurschtEgal ("Is ma wurscht" = ist mir egal)
ZwickenKneifen, aber auch: schwarzfahren ("zwicken" = ohne Fahrschein fahren)
TschickZigarette
GstättnBrachland, verlassenes Grundstück
HeislToilette (derb)
GfrastUngeziefer, übertragen: nervige Person
SandlerObdachloser (nicht abwertend gemeint, eher mitfühlend)

Das Wienerische zeichnet sich durch Vokaldehnung ("Wiiien"), Verschlucken von Endungen ("Hob i g'sogt" = "Habe ich gesagt") und eine charakteristische Melodie aus — singend, leicht klagend, nie hektisch. Wer es perfektioniert hören will: Filme von Josef Hader oder die Serie "Vorstadtweiber".

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