Wienerisch — Einführungskurs
Wienerisch ist mehr als ein Dialekt — es ist ein Lebensgefühl. Der Wiener Dialekt hat Einflüsse aus dem Tschechischen, Ungarischen, Jiddischen und Italienischen aufgesogen und daraus etwas ganz Eigenes gemacht. Hier die wichtigsten Ausdrücke:
| Wienerisch | Bedeutung |
|---|---|
| Beisl | Kleines Wirtshaus (aus dem Jiddischen) |
| Gspusi | Liebschaft, Affäre (aus dem Italienischen "sposo") |
| Haberer | Kumpel, Freund |
| Grantler | Griesgrämiger Mensch (aber liebevoll gemeint) |
| Baba | Tschüss (informell) |
| Hawara | Freund, Typ (neutral bis freundlich) |
| Oida | Alter! (Universalwort: Erstaunen, Ärger, Zustimmung, Ablehnung — alles je nach Betonung) |
| Leiwand | Super, toll, großartig |
| Ur- | Verstärkungs-Vorsilbe: "ur-leiwand" = besonders toll |
| Gschissn | Mies, schlecht, blöd gelaufen |
| Wurscht | Egal ("Is ma wurscht" = ist mir egal) |
| Zwicken | Kneifen, aber auch: schwarzfahren ("zwicken" = ohne Fahrschein fahren) |
| Tschick | Zigarette |
| Gstättn | Brachland, verlassenes Grundstück |
| Heisl | Toilette (derb) |
| Gfrast | Ungeziefer, übertragen: nervige Person |
| Sandler | Obdachloser (nicht abwertend gemeint, eher mitfühlend) |
Das Wienerische zeichnet sich durch Vokaldehnung ("Wiiien"), Verschlucken von Endungen ("Hob i g'sogt" = "Habe ich gesagt") und eine charakteristische Melodie aus — singend, leicht klagend, nie hektisch. Wer es perfektioniert hören will: Filme von Josef Hader oder die Serie "Vorstadtweiber".