Die Khmer-Küche
Die kambodschanische Küche (khmer: „Mahob Khmer") steht im Schatten der berühmteren thailändischen und vietnamesischen Küche — zu Unrecht. Sie ist eigenständig, vielfältig und für westliche Gaumen oft zugänglicher: weniger scharf als die thailändische, weniger sauer als die vietnamesische, dafür mit eigenen Aromen, die es nur hier gibt.
Die Grundpfeiler: Reis (drei Mal am Tag), Fisch (Kambodschas Binnengewässer liefern enorme Mengen Süßwasserfisch), Prahok (fermentierte Fischpaste — das kambodschanische Miso), Kroeung (eine aromatische Gewürzpaste aus Zitronengras, Galgant, Kurkuma, Knoblauch, Schalotten und Kaffir-Limettenblättern) und Kokosmilch.
Die Klassiker
Amok Trey (Fisch-Amok)
DAS Nationalgericht Kambodschas und ein absolutes Pflicht-Erlebnis. Zarter Süßwasserfisch (oft Wels oder Tilapia) in einer cremigen Sauce aus Kokosmilch, Kroeung-Paste, Kurkuma und Kaffir-Limettenblättern, gedämpft in einem Bananenblatt-Schälchen. Die Textur ist wie ein würziger Flan — cremig, mild, aromatisch und leicht süß. Jedes Restaurant, jede Garküche hat ein eigenes Rezept.
Preis: 2–4 USD im lokalen Restaurant, 5–8 USD im Touristenrestaurant. Es gibt auch Amok mit Huhn (Amok Moan) oder Garnelen — aber der Fisch ist der Klassiker.
Lok Lak
Das Comfort Food Kambodschas: Zarte Rindfleischwürfel (oder Huhn), in einer Sauce aus Austernsoße, Sojasauce, Knoblauch und schwarzem Pfeffer (Kampot!) scharf angebraten. Serviert auf einem Bett aus Salat und Tomaten, dazu Reis und ein Dip aus Limettensaft und schwarzem Pfeffer (das Geheimnis!). Einfach, aber genial. 2–4 USD.
Num Banh Chok (Khmer-Nudeln)
Das Frühstück der Nation: Frische Reisnudeln in einer grünen Fisch-Curry-Brühe (aus Lemongrass, Kurkuma und frischem Fisch), garniert mit Gurken, Bananenblüten, Bohnensprossen und Kräutern. Wird morgens an fast jedem Straßenstand verkauft — die Frauen balancieren die Zutaten in Körben auf ihren Köpfen. 0,50–1 USD.
Prahok
Die Seele der Khmer-Küche — und eine Mutprobe für empfindliche Nasen. Prahok ist eine fermentierte Fischpaste, die als Würzmittel in fast jedem kambodschanischen Gericht vorkommt. Der Geruch ist... intensiv (Europäer beschreiben ihn diplomatisch als „gewöhnungsbedürftig"). Aber der Geschmack ist umami pur — herzhaft, salzig, komplex. In der Variante Prahok Ktiss (gemischt mit Schweinefleisch, Kokosmilch und Gemüse, dazu Rohkost zum Dippen) ist es sogar für Einsteiger köstlich.
Weitere Highlights
- Bai Sach Chrouk: Gegrilltes Schweinefleisch mit Reis — DAS Frühstücksgericht. Mariniertes Schwein, langsam über Holzkohle gegrillt, dazu gebrochener Reis, eingelegte Gurken und klare Brühe. 1–1,50 USD.
- Kampot Pepper Crab: Frische Meereskrabben mit frischem grünem Kampot-Pfeffer, Knoblauch und einer leichten Sauce. Ein Gericht, für das man nach Kep fährt. 4–6 USD.
- Samlor Korko: Der kambodschanische Eintopf — ein dicker, herzhafter Mix aus grüner Papaya, Aubergine, Kürbis, Fisch und Prahok. Das Soulfood der Khmer.
- Nom Krok: Winzige Kokosmilch-Reispfannkuchen, in einer speziellen Tonform gebacken. Knusprig außen, cremig innen. Streetfood-Snack für 0,50 USD.
- Fried Insects: Auf dem Markt in Skuon (zwischen Phnom Penh und Siem Reap) werden frittierte Vogelspinnen, Grillen und Heuschrecken verkauft. Mutig? Die Tarantel schmeckt wie knuspriges Huhn. 0,50 USD pro Spinne.