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Geschichte Frankreichs · Abschnitt 2/6

Mittelalter & Königreich (5.–18. Jh.)

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Geschichte Frankreichs|
VerstehenMittelalter & Königreich (5.–18. Jh.)

Mittelalter & Königreich (5.–18. Jh.)

Das Mittelalter formte Frankreich zur mächtigsten Nation Europas. Karl der Große (Charlemagne, 768–814) schuf ein Reich, das weite Teile Westeuropas umfasste und wurde im Jahr 800 in Rom zum Kaiser gekrönt. Nach der Teilung seines Reiches entstand das westfränkische Königreich — der Kern des späteren Frankreich.

Die Kapetinger und das Hochmittelalter

987 bestieg Hugo Capet den Thron und begründete eine Dynastie, die (über Seitenlinien) bis 1848 regieren sollte. Unter den Kapetingern wuchs Frankreich stetig: Paris wurde zur unangefochtenen Hauptstadt, die Universität Sorbonne (gegründet 1257) zum intellektuellen Zentrum Europas, und die gotischen Kathedralen von Notre-Dame, Chartres, Reims und Amiens schoben sich himmelwärts — architektonische Wunder, die bis heute sprachlos machen.

Der Hundertjährige Krieg (1337–1453) gegen England war die existenzielle Krise des Mittelalters. Als alles verloren schien und die Engländer weite Teile Frankreichs besetzt hielten, trat Jeanne d'Arc auf den Plan — ein Bauernmädchen aus Lothringen, das angeblich göttliche Stimmen hörte. Sie führte die französischen Truppen zum Sieg bei Orléans (1429) und ermöglichte die Krönung Karls VII. in Reims. Mit 19 Jahren wurde sie von den Burgundern an die Engländer ausgeliefert und 1431 als Ketzerin verbrannt. 1920 wurde sie heiliggesprochen — sie ist neben Marianne das wichtigste Symbol Frankreichs.

Renaissance und Absolutismus

Franz I. (1515–1547) holte die Renaissance nach Frankreich und lud Leonardo da Vinci ein, der seine letzten Lebensjahre im Schloss Amboise an der Loire verbrachte — und die Mona Lisa mitbrachte. Die Schlösser der Loire — Chambord, Chenonceau, Blois — sind der steingewordene Ausdruck dieser Epoche.

Die Religionskriege (1562–1598) zwischen Katholiken und protestantischen Hugenotten zerrissen das Land. Die Bartholomäusnacht (24. August 1572), in der Tausende Hugenotten in Paris massakriert wurden, gehört zu den dunkelsten Kapiteln der französischen Geschichte. Heinrich IV. beendete die Kriege mit dem Edikt von Nantes (1598) und dem berühmten Satz: "Paris ist eine Messe wert" — er konvertierte zum Katholizismus, um König werden zu können.

Ludwig XIV. (1643–1715), der Sonnenkönig, perfektionierte den Absolutismus. Von seinem monumentalen Schloss Versailles aus regierte er Europa, führte Kriege, förderte Kunst und Kultur und unterwarf den Adel seiner Kontrolle. Sein Ausspruch "L'État, c'est moi" (Der Staat bin ich) wurde zum Inbegriff absoluter Macht. Die Pracht von Versailles blendete die Welt — doch die Kosten seiner Kriege und seines Lebensstils legten den Grundstein für die Revolution ein Jahrhundert später.

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