Natur & Landschaft · Abschnitt 5/5

Korkeichenwälder & Naturschutz

🇵🇹 Portugal Reiseführer

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Korkeichenwälder & Naturschutz

Portugal ist der größte Korkproduzent der Welt — rund 50 % der globalen Korkproduktion stammen von hier. Die Montados (Korkeichenwälder) des Alentejo sind eine einzigartige Kulturlandschaft, in der Landwirtschaft und Naturschutz seit Jahrhunderten Hand in Hand gehen.

Die Korkeiche (Quercus suber) wird alle neun Jahre geschält — die Rinde wächst nach, der Baum lebt weiter, manche über 200 Jahre lang. Die frisch geschälten Bäume mit ihrem leuchtend rotbraunen Stamm sind ein ikonisches Bild des Alentejo. Kork ist ein nachhaltiges Naturprodukt: Die Wälder binden CO₂, bieten Lebensraum für bedrohte Arten und verhindern Bodenerosion.

In den Montados leben der Iberische Luchs (das seltenste Raubtier Europas, mit nur noch etwa 2.000 Exemplaren in Portugal und Spanien), der Iberische Kaiseradler und zahllose andere bedrohte Arten. Der Parque Natural do Vale do Guadiana im südöstlichen Alentejo ist eines der letzten Refugien des Luchses in Portugal.

Portugal hat insgesamt ein Naturpark-System mit einem Nationalpark (Peneda-Gerês im Norden, der einzige) und 13 Naturparks, die zusammen fast ein Viertel der Landesfläche schützen. Der Peneda-Gerês-Nationalpark im äußersten Nordwesten ist wild und weitgehend unberührt: Granitfelsen, Eichenwälder, Wildpferde (Garranos) und die letzten Wölfe Portugals leben hier. Wanderer können in Dörfern übernachten, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert haben.

Meeresschutz

Portugals maritime Schutzgebiete wachsen stetig. Das Meeresschutzgebiet der Azoren ist eines der größten Europas. Die Berlengas-Inseln vor Peniche (Festland) sind ein UNESCO-Biosphärenreservat mit einer der größten Seevogelkolonien Südeuropas. Die Gewässer um die Berlengas sind ein hervorragendes Tauchrevier mit kristallklarem Wasser und einer reichen Unterwasserwelt.

Ein wachsendes Problem sind die Waldbrände, die besonders im Sommer verheerende Ausmaße annehmen können. Die Katastrophe von Pedrógão Grande im Juni 2017, bei der 66 Menschen starben, war ein Wendepunkt: Portugal investiert seitdem massiv in Waldmanagement, Brandschneisen und Aufforstung mit einheimischen Arten statt der brandanfälligen Eukalyptus-Monokulturen.

Achtung

Im Sommer (Juli–September) herrscht in weiten Teilen Portugals extreme Waldbrandgefahr. Offenes Feuer, Grillen und Rauchen im Wald sind streng verboten. Achte auf Warnungen des IPMA (Instituto Português do Mar e da Atmosfera) und der Zivilschutzbehörde.

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