Bay of Islands & Cape Reinga★★
Ganz im Norden der Nordinsel liegen zwei Orte, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch zusammengehören: die Bay of Islands — 144 subtropische Inseln in türkisblauem Wasser — und Cape Reinga, das spirituelle Ende des Landes, wo die Tasmansee auf den Pazifik trifft.
★★★ Bay of Islands
Die Bay of Islands ist Neuseelands subtropisches Paradies: 144 Inseln, türkises Wasser warm genug zum Schwimmen (22–24 °C im Sommer), Delfine, Wale und einige der besten Tauch- und Segelreviere der Südhalbkugel. Die Māori siedelten hier vor über 700 Jahren, und hier landeten auch die ersten europäischen Missionare.
Das Waitangi Treaty Grounds (ab 50 NZD, Paihia) sind der historisch bedeutsamste Ort Neuseelands. Hier unterzeichneten am 6. Februar 1840 Māori-Häuptlinge und die britische Krone den Treaty of Waitangi — Neuseelands Gründungsdokument. Das moderne Museum erklärt brillant die zwei Versionen des Vertrages (englisch und Māori, mit fundamentalen Unterschieden), die Folgen des Kolonialismus und den laufenden Versöhnungsprozess. Im angeschlossenen Wharenui (Versammlungshaus) finden tägliche Kulturshows statt (Haka, Waiata, Poi-Tanz, inklusive im Eintritt). Plane mindestens 2 Stunden ein.
Die berühmte Hole in the Rock-Bootstour (ab 115 NZD, 4 Stunden, ab Paihia oder Russell) fährt an den Inseln der Bay entlang bis zu Motukōkako — einer Felseninsel mit einem natürlichen Loch (18 m hoch, 11 m breit), durch das das Boot bei ruhiger See hindurchfährt. Unterwegs: Delfin-Beobachtung (Große Tümmler), Kap-Brett-Leuchtturm und oft Orcas oder Bryde-Wale. Delfin-Schwimmen ist als Zusatzoption buchbar (ab 135 NZD).
Das charmante Russell (per Fähre 15 Min. ab Paihia, 14 NZD Return) war einst die erste Hauptstadt Neuseelands und berüchtigt als „Höllenloch des Pazifik" — voller Walfänger, Saufgelage und Bordelle. Heute ist es ein verschlafenes, elegantes Fischerdorf mit dem ältesten Pub des Landes (Duke of Marlborough, seit 1827 ununterbrochen lizenziert — Fish & Chips am Wasser, Pint ab 12 NZD) und der weißen Christ Church (1836, älteste erhaltene Kirche Neuseelands, mit Musketenlöchern aus den New Zealand Wars in den Wänden).
★★ Cape Reinga — Te Rerenga Wairua
Cape Reinga ist der nördlichste per Auto erreichbare Punkt Neuseelands — und für die Māori der spirituell bedeutsamste: Te Rerenga Wairua, „der Absprungort der Seelen". Hier, an der Spitze eines langen, stürmischen Kaps, wo die Tasmansee und der Pazifik aufeinandertreffen (man sieht die Strömungen kollidieren!), klettern die Seelen der Verstorbenen laut Māori-Glaube einen uralten Pōhutukawa-Baum hinab ins Meer, um nach Hawaiki — der mythischen Urheimat — zurückzukehren.
Die Fahrt zum Kap (110 km nördlich von Kaitaia) führt über eine kurvenreiche, einsame Straße durch den Te Paki Stream — dessen riesige Sanddünen du auf einem geborgten Boogie-Board hinunterrutschen kannst (Sandboarding, kostenloses Erlebnis, Boards gibt es bei Tour-Anbietern). Der 90 Mile Beach (tatsächlich nur 88 km lang) erstreckt sich endlos am Westufer — ein Highway aus Sand, auf dem manche Tour-Busse tatsächlich fahren (mit Mietwagen NICHT empfohlen — Versicherung ungültig und regelmäßig bleiben Autos stecken!).
💡 Tipp
Für die Bay of Islands mindestens 2 Nächte einplanen — Paihia (lebhafter, mehr Optionen) oder Russell (ruhiger, charmanter) als Basis. Die Fahrt von Auckland dauert 3,5 Stunden. Cape Reinga ist ein langer Tagesausflug ab Bay of Islands (4 Stunden einfach) — organisierte Touren (ab 135 NZD) sind bequemer und halten an allen Highlights (90 Mile Beach, Te Paki Sanddünen, Leuchtturm).