Garajonay Nationalpark (UNESCO-Welterbe)★★★
Der Parque Nacional de Garajonay ist das Herzstück La Gomeras und seit 1986 UNESCO-Weltnaturerbe. Auf rund 3.986 Hektar (11% der Inselfläche) erstreckt sich ein Laurisilva — ein Lorbeerwald, wie er vor 2–20 Millionen Jahren weite Teile des Mittelmeerraums und Nordafrikas bedeckte. Die Eiszeiten löschten diese Wälder auf dem Festland aus, aber auf den Kanarischen Inseln — geschützt durch das milde, feuchte Klima — überlebten sie. Garajonay ist das größte und besterhaltene Relikt dieses urzeitlichen Waldtyps.
Das Wandern durch den Garajonay ist ein Erlebnis wie in einer anderen Erdepoche. Meterdicke, moosbewachsene Baumstämme, riesige Farne, Nebelschwaden, die durch die Baumkronen ziehen, und eine Stille, die nur vom Ruf des Kanaren-Buchfinken durchbrochen wird. Die Bäume — vor allem Kanarischer Lorbeer (Laurus novocanariensis), Baumheide (Erica arborea) und Gagelbaum (Myrica faya) — erreichen Höhen von 15–20 m und bilden ein geschlossenes Kronendach.
Der höchste Punkt des Parks ist der Alto de Garajonay (1.487 m), der zugleich höchste Gipfel La Gomeras. Bei klarer Sicht reicht der Blick vom Gipfel bis Teneriffa, La Palma, El Hierro und sogar Gran Canaria — alle vier Nachbarinseln auf einmal.
Wichtigste Wanderwege im Park
Ruta 18: El Cedro — Ermita de Lourdes (Rundweg, 5 km, 2 Std.): Der klassische Lorbeerwald-Weg. Führt durch den dichtesten Teil des Waldes, über moosige Pfade an einem Bachlauf entlang. Leicht bis mittelschwer. Startpunkt: Parkplatz El Cedro.
Ruta 2: Contadero — Alto de Garajonay (Hin und zurück, 6 km, 2,5 Std.): Aufstieg zum Gipfel durch Baumheide-Buschwald. Oben 360°-Panorama. Startpunkt: Parkplatz Pajarito/Contadero an der TF-713.
Ruta 5: Las Creces — Risquillos de Corgo (Rundweg, 3 km, 1,5 Std.): Kurzer, familientauglicher Weg durch besonders schöne Lorbeerwald-Abschnitte. Kaum Steigung.
💡 Tipp
Der Lorbeerwald lebt vom Nebel — das Phänomen der »horizontalen Regenfälle« (die Bäume kämmen Feuchtigkeit aus den Passatwolken). Genau deshalb ist der Wald am stimmungsvollsten bei Nebel und leichtem Regen. Nimm eine wasserdichte Jacke mit und genieße die mystische Atmosphäre, statt auf Sonnenschein zu warten. Das Besucherzentrum Juego de Bolas (Centro de Visitantes) am Nordrand des Parks erklärt Ökologie und Geschichte hervorragend (Eintritt frei, Di–So 9:30–16:30 Uhr).