Angkor Thom & Bayon★★★
Angkor Thom — Die große Hauptstadt
Angkor Thom („Große Stadt") war die letzte und prächtigste Hauptstadt des Khmer-Reiches. Erbaut unter König Jayavarman VII. (regierte 1181–1218), umfasst die Stadt ein Quadrat von 3 × 3 km, umgeben von einer 8 m hohen Mauer und einem 100 m breiten Wassergraben. Fünf monumentale Tore gewähren Zugang — jedes geschmückt mit 54 Gesichtern und einer Allee von 108 Steinfiguren (Götter und Dämonen, die den Naga ziehen).
Bayon — Der Gesichtertempel
Im exakten Zentrum von Angkor Thom steht der Bayon, einer der mysteriösesten Tempel der Welt. 216 rätselhafte Steingesichter lächeln von 54 Türmen in alle Himmelsrichtungen herab. Wessen Gesicht dargestellt wird, ist umstritten — wahrscheinlich König Jayavarman VII. selbst, als Avalokiteshvara (Bodhisattva des Mitgefühls).
Das Besondere am Bayon: Er ist chaotisch, labyrinthisch und überwältigend. Es gibt keinen klaren Rundgang — man irrt durch dunkle Gänge, steigt Treppen hinauf und steht plötzlich Auge in Auge mit einem lächelnden Gesicht aus dem 12. Jahrhundert. Im Morgennebel (7:00–8:00 Uhr) scheinen die Gesichter aus den Wolken aufzutauchen — atemberaubend.
Basreliefs am Bayon
Die Galerieebene zeigt auf 1,2 km Länge Szenen aus dem Alltagsleben des Khmer-Reiches — Schlachten gegen die Cham, Marktszenen, Hahnenkämpfe, Fischer auf dem Tonle Sap, Akrobaten. Die Reliefs sind weniger formell als in Angkor Wat und geben einen einzigartigen Einblick in das tägliche Leben vor 800 Jahren.
Weitere Highlights in Angkor Thom
- Baphuon: Ein gewaltiger Tempelpyramide (11. Jh.), 2011 nach 50 Jahren Restaurierungsarbeit wiedereröffnet. Auf der Rückseite: ein 70 m langer liegender Buddha, geformt aus den Steinblöcken des Tempels.
- Terrasse der Elefanten: 300 m lange Plattform mit lebensgroßen Elefantenreliefs. Hier empfing der König seine Truppen und feierte Siege.
- Terrasse des Lepra-Königs: Mysteriöse Statuen und doppelwandige Galerien mit Reliefs von Unterweltfiguren, Nagas und Apsaras.
- Phimeanakas: Der „Himmlische Palast" — hier soll der König jede Nacht eine Naga-Prinzessin besucht haben. Kleine Pyramide mit steiler Treppe.
💡 Tipp
Der Bayon ist am schönsten im frühen Morgenlicht (7:00–8:00 Uhr), wenn Nebelschwaden zwischen den Gesichtertürmen hängen. Komme VOR den Touristengruppen. Am Nachmittag fällt das Licht auf die Westgesichter — auch fotogen, aber überfüllter.