Côte d'Azur · Abschnitt 1/9

Nizza (Nice)

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Nizza (Nice)

Nizza ist die heimliche Hauptstadt der Côte d'Azur — und seit 2021 UNESCO-Welterbe als „Winterkurort der Riviera". Die fünftgrößte Stadt Frankreichs (340.000 Einwohner) vereint italienisches Flair, französische Grandeur und provenzalische Lässigkeit wie kein anderer Ort an der Küste. Hier verschmelzen die ockerfarbenen Fassaden der Altstadt mit den Belle-Époque-Hotels der Promenade, die Märkte mit den Museen, das Meer mit den Bergen.

Nizza wurde erst 1860 französisch — zuvor gehörte die Stadt zum Königreich Sardinien. Diese italienische Vergangenheit spürt man überall: in der Küche (Socca, Pissaladière, Salade Niçoise), in der Architektur, in der Sprache. Die Nizzarden sprechen noch immer ihren eigenen Dialekt, Nissart, eine Mischung aus Okzitanisch und Italienisch.

Plane mindestens 3 volle Tage für Nizza ein — einen für die Altstadt und den Schlossberg, einen für die Museen, einen für die Promenade und das Viertel Cimiez. Von Nizza aus erreichst du die gesamte Riviera bequem per Zug oder Bus.

💡 Tipp

Der beste Nizza-Hack: Kaufe den French Riviera Pass (26€/24h, 38€/48h, 56€/72h). Er inkludiert über 30 Museen und Attraktionen, eine Stadtrundfahrt und den Flughafenbus. Lohnt sich ab 2 Museen pro Tag.

Vieux Nice (Altstadt)★★★

Vieux Nice, 06300 Nice
Cours Saleya: Di–So 6–13:30 Uhr, Mo Antiquitäten 7–18 Uhr

Die Altstadt von Nizza (Vieux Nice) ist ein Labyrinth aus engen Gassen, ockerfarbenen Barockfassaden, flatternder Wäsche und versteckten Plätzen. Zwischen dem Schlosshügel und dem Place Masséna gelegen, ist sie das pulsierende Herz der Stadt — hier wird gelebt, gekocht, gefeiert und gefeilscht.

Cours Saleya — der berühmteste Markt der Côte d'Azur. Dienstag bis Sonntag Blumenmarkt (seit 1897), montags Antiquitäten- und Trödelmarkt. Morgens um 7 Uhr aufbauen, bis 13:30 Uhr Hochbetrieb. Lavendelsäckchen (3€), Seife aus Grasse (5€), Oliven (8€/kg), frische Socca direkt vom Stand (3€ die Portion).

Cathédrale Sainte-Réparate — Nizzas barocke Kathedrale am Place Rossetti, nach einer christlichen Märtyrerin aus dem 3. Jahrhundert benannt. Prachtvolle Innenausstattung mit vergoldeten Stuckarbeiten und einem Glockenturm mit glasierten Ziegeln. Daneben das beste Eis der Stadt bei Fenocchio (72 Sorten, 2,50€ pro Kugel).

Place Garibaldi — der architektonisch einheitlichste Platz Nizzas im piemontesischen Stil (1773–1790). Benannt nach dem Freiheitskämpfer Giuseppe Garibaldi, der hier 1807 geboren wurde. Heute umgeben von Cafés und Restaurants — besonders abends atmosphärisch.

Schlossberg (Colline du Château) — der 93 m hohe Hügel östlich der Altstadt bietet den schönsten Panoramablick über Nizza, den Hafen, die Baie des Anges und bei klarer Sicht bis zum Cap d'Antibes. Die Burg wurde 1706 von Ludwig XIV. zerstört, aber der Park mit seinem künstlichen Wasserfall ist wunderschön. Aufstieg über 213 Stufen (15 Min.) oder per kostenlosem Aufzug am Tour Bellanda.

Park: frei, täglich 8–20 Uhr (Sommer bis 21 Uhr). Aufzug: frei, 9–19 Uhr (Sommer bis 20 Uhr).

💡 Tipp

Iss Socca nur bei Chez Thérésa auf dem Cours Saleya (seit 1920) oder bei Chez Pipo in der Rue Bavastro. Socca ist ein knuspriger Kichererbsenfladen, frisch aus dem Holzofen — das Nationalgericht Nizzas. Immer direkt vom Blech essen, dazu ein Glas Rosé.

Promenade des Anglais★★★

Promenade des Anglais, 06000 Nice

Die Promenade des Anglais ist die berühmteste Flaniermeile der Welt — 7 km geschwungener Bürgersteig entlang der Baie des Anges, gesäumt von Palmen, Belle-Époque-Hotels und azurblauem Mittelmeer. 1822 von der englischen Kolonie finanziert (daher der Name), war sie der Winterspaziergang der europäischen Aristokratie.

Das Hôtel Negresco (1913) ist das Wahrzeichen der Promenade — ein Belle-Époque-Palast mit rosafarbener Kuppel, entworfen vom niederländischen Architekten Édouard-Jean Niermans. Die Lobby mit ihrem Baccarat-Kristallleuchter (16.309 Kristalle, 1860 für den Zaren gefertigt) ist frei zugänglich. Ein Drink in der Bar Le Relais kostet ab 14€ — teuer, aber für das Ambiente lohnenswert.

Der Strand der Promenade besteht aus Kieselsteinen, nicht Sand — bequeme Schuhe oder Badeschuhe sind empfehlenswert. Öffentliche Abschnitte sind kostenlos, private Strandclubs (Beau Rivage, Castel, Blue Beach) verlangen 22–35€ für Liege und Sonnenschirm, bieten dafür Matratzen, Service und Restaurants.

Die Promenade ist ideal zum Joggen, Radfahren oder Inlineskaten — der abgetrennte Radweg verläuft über die gesamte Länge. Fahrradverleih „Vélo Bleu" an zahlreichen Stationen (1€/30 Min.).

💡 Tipp

Für das perfekte Foto: Stell dich bei Sonnenuntergang auf die Terrasse des Schlosshügels (Belvedere-Plattform). Von dort überblickst du die gesamte Promenade im goldenen Licht — mit den Alpen im Hintergrund. Kostenlos und atemberaubend.

Museen in Nizza

Musée Matisse

Im noblen Viertel Cimiez, in einer genuesischen Villa aus dem 17. Jahrhundert. Henri Matisse lebte von 1917 bis zu seinem Tod 1954 in Nizza — dieses Museum zeigt sein gesamtes Schaffen: von den frühen Stillleben über die Fauvismus-Periode bis zu den späten Scherenschnitten. 68 Gemälde, 236 Zeichnungen, 218 Drucke, 57 Skulpturen. Der Garten mit Blick auf die Ruinen der römischen Arena ist allein einen Besuch wert.

Frei (seit 2015 alle städtischen Museen Nizzas). Mi–Mo 10–18 Uhr, Di geschlossen. Bus 15, 17, 20, 25 bis Arènes/Musée Matisse.

Musée Marc Chagall

Das weltweit bedeutendste Museum für Marc Chagalls Werk — vom Künstler selbst 1973 eingeweiht. 17 monumentale Gemälde der „Biblischen Botschaft" in speziell dafür entworfenen Räumen. Die leuchtenden Farben und traumhaften Szenen entfalten im natürlichen Licht des Gebäudes ihre volle Wirkung. Im Konzertsaal drei Buntglasfenster über die Schöpfung.

8€ (ermäßigt 6€), unter 26 frei. Mi–Mo 10–18 Uhr (Nov–April bis 17 Uhr). Bus 15 bis Musée Chagall.

MAMAC (Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst)

Am Place Yves Klein: vier miteinander verbundene Türme zeigen Werke des Nouveau Réalisme (Yves Klein, Niki de Saint Phalle, César), Pop Art und zeitgenössische Installationen. Die Dachterrasse bietet einen spektakulären Blick über die Altstadt bis zum Meer.

Frei. Di–So 10–18 Uhr.

Musée Masséna

In einer prachtvollen Belle-Époque-Villa direkt an der Promenade: die Geschichte Nizzas und der Riviera von 1792 bis 1939. Napoleon-Memorabilien, historische Fotografien, Kostüme und das opulente Interieur einer Aristokratenvilla. Der Garten mit Palmen und Rosen ist frei zugänglich.

Frei. Mi–Mo 10–18 Uhr.

💡 Tipp

Nizzas städtische Museen sind alle kostenlos — nutze das aus! An einem Regentag schaffst du Matisse, Chagall und MAMAC. Nur Chagall (Nationalmuseum) kostet 8€, aber selbst das ist ein Schnäppchen für eines der wichtigsten Museen Südfrankreichs.

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