Saint-Tropez★★
Saint-Tropez war bis in die 1950er-Jahre ein verschlafenes Fischerdorf — dann kam Brigitte Bardot. Der Film „Und immer lockt das Weib" (1956) machte den Ort über Nacht zum Inbegriff von Jetset und Bohème. Heute ist „Saint-Trop'" eine bizarre Mischung aus provenzalischem Dorfcharme und absurdem Luxus: Fischerboote neben 50-Meter-Yachten, Boulespielende Rentner neben Instagram-Influencern.
Der Vieux Port (Alter Hafen) ist das Herz des Geschehens — die pastellfarbenen Häuser spiegeln sich im Wasser, in den Cafés am Quai Jean Jaurès kostet ein Espresso 5€ und das Sehen-und-Gesehen-Werden ist Programm. Morgens legen hier noch echte Fischer an und verkaufen ihren Fang direkt vom Boot.
Das Musée de l'Annonciade ist eine Überraschung: In einer ehemaligen Kapelle am Hafen hängen Werke von Signac, Bonnard, Matisse, Braque und Dufy — alle in Saint-Tropez gemalt. Paul Signac entdeckte den Ort 1892 und lud seine Künstlerfreunde ein. Die Sammlung ist klein, aber exquisit.
Die Citadelle (1602) auf dem Hügel über der Stadt beherbergt ein Marinmuseum und bietet den besten Blick über die Bucht, die Dächer von Saint-Tropez und das Massif des Maures. Der Garten mit Pfauen ist frei zugänglich.
Abseits des Trubels: der Sentier du Littoral — ein Küstenwanderweg, der von der Plage des Graniers bis zum Cap Camarat führt. Wilde Buchten, Pinienwälder, türkises Wasser — das ursprüngliche Saint-Tropez.
Musée de l'Annonciade: 8€. Di–So 10–13 Uhr und 14–18 Uhr. Citadelle: 4€, täglich 10–18:30 Uhr (Winter bis 17:30).
💡 Tipp
Saint-Tropez hat keinen Bahnanschluss! Anreise per Bus von Toulon (ca. 2 Std., 3€ mit Zou!-Bus) oder per Fähre von Sainte-Maxime (15 Min., 8€ einfach, Bateaux Verts). Im Sommer (Juli/August) ist die Zufahrt über die einzige Straße oft verstopft — rechne mit 1–2 Stunden Stau. Am besten früh morgens oder per Boot anreisen.