Das moderne Ecuador
Ecuadors jüngere Geschichte ist von Rafael Correa geprägt, der von 2007 bis 2017 regierte. Der Wirtschaftsprofessor initiierte die „Bürgerrevolution": eine neue Verfassung (2008), massive Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Gesundheit, finanziert durch hohe Ölpreise. Die Verfassung von 2008 ist weltweit einzigartig — sie gibt der Natur eigene Rechte (Rechte der Pachamama) und ist die erste Verfassung, die das Konzept des Buen Vivir (gutes Leben, in Quechua: Sumak Kawsay) als Staatsziel verankert.
Die Jahre nach Correa waren von wirtschaftlichen Schwierigkeiten geprägt: fallende Ölpreise, die COVID-Pandemie und wachsende Sicherheitsprobleme durch den Drogenhandel. Ecuador liegt auf der Transitroute kolumbianischen Kokains nach Nordamerika, was besonders in den Hafenstädten (Guayaquil, Esmeraldas) zu einem Anstieg der Gewalt geführt hat.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt Ecuador ein faszinierendes, gastfreundliches und sicheres Reiseland. Die touristischen Gebiete sind von den Sicherheitsproblemen kaum betroffen, und die Ecuadorianer empfangen Besucher mit einer Herzlichkeit, die in Südamerika ihresgleichen sucht. Der Tourismus ist nach Öl und Garnelen der drittwichtigste Wirtschaftszweig — und die Ecuadorianer wissen um seinen Wert.