Indigene Völker — Das lebendige Erbe
Ecuador hat eine der lebendigsten indigenen Kulturen Südamerikas. Etwa 25% der Bevölkerung identifizieren sich als indigen — 14 Nationalitäten und zahlreiche Völker mit eigenen Sprachen, Traditionen und Territorien. Anders als in vielen Ländern ist indigene Kultur in Ecuador sichtbar, lebendig und stolz.
Die wichtigsten indigenen Gruppen
- Quechua (Kichwa) — Die größte indigene Gruppe, Nachkommen der Inka-Zeit. Sie leben im gesamten Hochland und sprechen Kichwa (eine Variante des Quechua). Ihre Märkte (Otavalo!), Feste und Textilkunst sind weltberühmt. Die Otavaleños sind zudem erfolgreiche Händler und reisen als Textilverkäufer um die ganze Welt.
- Shuar — Im südöstlichen Amazonas lebend, berühmt (und berüchtigt) für die historische Praxis des Tsantsa — der Schrumpfköpfe. Heute eine stolze Gemeinschaft, die Tourismus und Bildung verbindet.
- Waorani — Im Yasuní-Nationalpark lebend. Bis in die 1950er Jahre von der Außenwelt isoliert, bewahren sie eine der ältesten Lebensweisen des Kontinents. Einige Clans (Tagaeri, Taromenane) leben bis heute in freiwilliger Isolation.
- Tsáchila — Die „Colorados" (wegen der roten Achotepaste in ihren Haaren) in Santo Domingo de los Tsáchilas an der Küste. Heute nur noch wenige Hundert Menschen.
- Saraguro — Im südlichen Hochland, erkennbar an ihrer schwarzen Kleidung (die Trauer um den Tod Atahualpas symbolisiert).
Inti Raymi & Festivals
Das wichtigste indigene Fest ist Inti Raymi (Sonnenwende, Juni) — ein Erntedankfest mit Tänzen, Musik und rituellen Bädern in heiligen Wasserfällen. In Otavalo und im Hochland verwandelt sich Inti Raymi in ein mehrtägiges Spektakel mit Kostümen, Feuerwerk und Straßenumzügen. Weitere wichtige Feste: Pawkar Raymi (Karneval, Februar) und Koya Raymi (Herbstfest, September).