Unabhängigkeit & modernes Bali
Nach der japanischen Besatzung (1942-1945) und der indonesischen Unabhängigkeitserklärung 1945 wurde Bali Teil der Republik Indonesien. Der Übergang war nicht friedlich: Am 20. November 1946 starb der balinesische Freiheitskämpfer I Gusti Ngurah Rai im Kampf gegen die zurückkehrenden Niederländer bei Marga (Tabanan) — ein letztes Puputan. Der internationale Flughafen Balis trägt seinen Namen.
Die dunkelste Stunde des modernen Bali waren die Massaker von 1965-1966. Nach einem gescheiterten Putschversuch in Jakarta ordnete General Suharto die Vernichtung der Kommunistischen Partei (PKI) an. Auf Bali, wo die PKI unter landlosen Bauern Unterstützung hatte, kam es zu einem Blutrausch: Zwischen 80.000 und 100.000 Balinesen — schätzungsweise 5% der Bevölkerung — wurden in wenigen Monaten ermordet, oft von Nachbarn und Dorfgenossen. Die Gräber sind nie exhumiert worden, und bis heute spricht man auf Bali nur hinter vorgehaltener Hand über diese Zeit.