Das moderne Amerika (1991–heute)
Nach dem Ende des Kalten Krieges schienen die USA als einzige Supermacht unverwundbar — bis zum 11. September 2001. Die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon (2.977 Tote) veränderten das Land fundamental: Der „War on Terror" führte in die Kriege in Afghanistan (2001–2021) und Irak (2003–2011), verschärfte die Sicherheitsgesetze (Patriot Act, TSA an Flughäfen) und veränderte das Selbstverständnis der Nation.
2008 wurde Barack Obama der erste afroamerikanische Präsident — ein historischer Moment, der für viele das Versprechen der Unabhängigkeitserklärung einzulösen schien. Die Finanzkrise 2008 (ausgelöst durch den Zusammenbruch des Hypothekenmarkts) stürzte die Weltwirtschaft in die schwerste Rezession seit 1929.
Die 2010er und 2020er Jahre brachten eine tiefe politische Polarisierung: Die Präsidentschaft von Donald Trump (2017–2021), die Black-Lives-Matter-Bewegung, die COVID-19-Pandemie (über 1 Million Tote in den USA) und der Sturm auf das Kapitol (6. Januar 2021) zeigten ein Land, das mit sich selbst ringt. Die kulturellen Gräben zwischen urbanem und ländlichem Amerika, zwischen Demokraten und Republikanern, sind tiefer als seit dem Bürgerkrieg.
Trotz aller Konflikte bleibt die USA die größte Volkswirtschaft der Welt, das Zentrum der globalen Popkultur, der Tech-Innovation und der militärischen Macht. Die Frage, ob das Land seinem Gründungsversprechen gerecht werden kann, bleibt so aktuell wie 1776.