Essen & Francesinha€
Porto ist eine Essensstadt — bodenständig, großzügig und stolz auf ihre deftigen Traditionen. Vergiss Lissabons schicke Fusionsküche: Hier geht es um ehrliches Essen in riesigen Portionen, Wein für 2 € das Glas und Kellner, die beleidigt sind, wenn du keinen Nachschlag willst.
Das Nationalgericht Portos ist die Francesinha — ein episches Sandwich, das als „Herz-Kreislauf-Ereignis auf dem Teller" beschrieben werden kann. Zwischen zwei Scheiben Toastbrot: Schinken, Linguiça (geräucherte Wurst), frische Wurst, Steak und manchmal Garnelen. Das Ganze wird mit geschmolzenem Käse übergossen und in einer heißen Biersoße ertränkt, die jedes Restaurant als Geheimrezept hütet. Dazu Pommes, die in der Soße schwimmen, und ein kaltes Super Bock. Preis: 8–14 €.
Die besten Francesinhas der Stadt sind heftig umstritten — jeder Portista hat eine feste Meinung. Café Santiago (Rua de Passos Manuel) ist der Klassiker: seit Jahrzehnten, riesige Portionen, perfekte Soße. Immer Schlange, aber sie geht schnell. Cervejaria Brasão hat mehrere Filialen und eine exzellente, leicht würzige Variante. Bufete Fase ist der raue Insider-Tipp — ein unscheinbarer Tresen, an dem Taxifahrer und Arbeiter essen. Keine Touristen, fantastische Francesinha für 8 €.
Jenseits der Francesinha: Tripas à moda do Porto (Kutteln nach Porto-Art mit weißen Bohnen) ist das historische Gericht der Stadt — die Einwohner heißen deshalb „Tripeiros". Bacalhau à Gomes de Sá (Stockfisch mit Kartoffeln und Eiern) stammt ebenfalls aus Porto. Und zum Nachtisch: Pastel de Nata (überall, 1–1,50 €) und Leite-Creme (portugiesische Crème brûlée).
Für ein gehobenes Erlebnis: Cantinho do Avillez vom Starkoch José Avillez bietet kreative portugiesische Küche (Hauptgerichte 18–28 €). DOP im Palácio das Artes hat einen Michelin-Stern (Menü ab 75 €). Und für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: die Tascas (traditionelle Kneipen) in der Rua das Flores — Tagesgerichte ab 7 € mit Suppe, Hauptgang und Kaffee.
💡 Tipp
Bestelle die Francesinha NIEMALS „especial" beim ersten Mal — die Spezialvariante hat ein Spiegelei obendrauf und ist noch üppiger. Teste erst die normale Version. Wichtig: Die Qualität der Francesinha hängt zu 90 % von der Soße ab, nicht vom Fleisch. Und: In Porto trinkt man zur Francesinha Super Bock, niemals Sagres — das ist fast ein Naturgesetz.