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Geschichte Österreichs · Abschnitt 4/5

Erster Weltkrieg, Anschluss & Zweiter Weltkrieg

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Erster Weltkrieg, Anschluss & Zweiter Weltkrieg

Am 28. Juni 1914 erschoss der serbische Nationalist Gavrilo Princip den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie in Sarajevo. Österreich-Ungarns hartes Ultimatum an Serbien und die fatale Bündnismechanik stürzten Europa in den Ersten Weltkrieg — die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts".

Vier Jahre Krieg kosteten Millionen Menschenleben. Am 11. November 1918 dankte Kaiser Karl I. ab — das Ende der Habsburgermonarchie nach 640 Jahren. Aus dem Vielvölkerreich entstanden Nationalstaaten: Tschechoslowakei, Jugoslawien, ein vergrößertes Rumänien. Übrig blieb ein kleines "Deutschösterreich", das kaum jemand für überlebensfähig hielt. Der Vertrag von Saint-Germain (1919) verbot sogar den Anschluss an Deutschland.

Die Erste Republik (1918–1938) war von politischer Instabilität, Wirtschaftskrise und wachsender Radikalisierung geprägt. Sozialdemokraten und Christlichsoziale standen sich unversöhnlich gegenüber. Der Bürgerkrieg vom Februar 1934 endete mit der Niederlage der Arbeiterbewegung. Engelbert Dollfuß errichtete ein austrofaschistisches Regime — den Ständestaat — und wurde im selben Jahr von österreichischen Nazis ermordet.

Am 12. März 1938 marschierten deutsche Truppen in Österreich ein. Der "Anschluss" an Hitlers Drittes Reich wurde von großen Teilen der Bevölkerung begeistert begrüßt — ein unbequemes Faktum, das Österreich lange verdrängte. Die Folgen waren verheerend: Über 65.000 österreichische Juden wurden im Holocaust ermordet, unzählige weitere vertrieben. Österreicher waren als Täter überproportional beteiligt — Adolf Eichmann, Organisator der Deportationen, und Ernst Kaltenbrunner, Chef des Reichssicherheitshauptamts, waren Österreicher.

Im Zweiten Weltkrieg wurde besonders Wien schwer bombardiert. Der Stephansdom brannte im April 1945. Die Befreiung durch die Alliierten kam im Mai 1945 — und mit ihr eine zehnjährige Besetzung durch die vier Siegermächte.

Achtung

Die Rolle Österreichs im Nationalsozialismus ist ein sensibles, aber wichtiges Thema. Die lange gepflegte "Opferthese" — Österreich als erstes Opfer Hitlers — wurde ab den 1980er-Jahren (Waldheim-Affäre) zunehmend hinterfragt. Heute stellt sich Österreich seiner Verantwortung deutlich offener.

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