Der Himalaya — Dach der Welt
Nepals Achttausender — Die Giganten im Detail
Nepal besitzt 8 der 14 Achttausender der Welt — eine Konzentration, die geologisch einzigartig ist. Jeder dieser Berge hat seine eigene Geschichte, seinen eigenen Charakter und seine eigene Faszination:
| Berg | Höhe | Erstbesteigung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Mount Everest (Sagarmatha) | 8.849 m | 1953 (Hillary & Tenzing) | Höchster Berg der Erde. Die Nepali nennen ihn Sagarmatha („Stirn des Himmels"), die Tibeter Chomolungma („Mutter des Universums"). Über 6.000 Menschen haben den Gipfel erreicht. Die Besteigung kostet 30.000–70.000 USD und dauert 2 Monate. Das südliche Base Camp (5.364 m) ist das Ziel des berühmten EBC-Treks |
| Kangchenjunga | 8.586 m | 1955 | Dritthöchster Berg, an der Grenze zu Indien/Sikkim. Der Name bedeutet „Fünf Schatzkammern des großen Schnees". Aus Respekt vor dem heiligen Berg betreten Bergsteiger traditionell nie den exakten Gipfel — sie stoppen wenige Meter darunter |
| Lhotse | 8.516 m | 1956 | Vierthöchster, direkt neben dem Everest verbunden. Die Lhotse-Wand (3.000 m hoch, 55° steil) ist eine der gewaltigsten Bergflanken der Welt. Wird oft in Kombination mit dem Everest bestiegen |
| Makalu | 8.485 m | 1955 | Fünfthöchster und einer der technisch anspruchsvollsten Achttausender. Die pyramidale Form ist spektakulär. Der Makalu-Barun-Nationalpark im Osten Nepals ist einer der artenreichsten der Welt |
| Cho Oyu | 8.188 m | 1954 | Der als „einfachster" geltende Achttausender — relativ objektiv sicher und technisch weniger anspruchsvoll. Beliebt als „Trainings-Achttausender" vor dem Everest. An der Grenze zu Tibet |
| Dhaulagiri | 8.167 m | 1960 | Der „Weiße Berg" (Sanskrit: dhavala = weiß, giri = Berg). Westlich der Annapurna-Kette, bildet zusammen mit Annapurna I die Kali-Gandaki-Schlucht — die tiefste Schlucht der Welt (5.571 m Höhenunterschied!). Der Annapurna-Circuit-Trek bietet spektakuläre Blicke auf den Dhaulagiri |
| Manaslu | 8.163 m | 1956 | Der „Berg der Seele" (Sanskrit: manasa = Seele/Intellekt). Umrundet vom Manaslu-Circuit-Trek, einer weniger überlaufenen Alternative zum Annapurna Circuit. Die japanische Erstbesteigung 1956 kostete mehrere Menschenleben |
| Annapurna I | 8.091 m | 1950 | Der ERSTE Achttausender, der je bestiegen wurde! Am 3. Juni 1950 erreichten Maurice Herzog und Louis Lachenal den Gipfel — ein Meilenstein der Bergsteigergeschichte. Zugleich der tödlichste Achttausender: Fast 40% aller Besteiger starben (Lawinengefahr, Wetter). Der Name bedeutet „Göttin der Ernte" (Sanskrit) |
Dazu kommen über 1.300 Gipfel über 6.000 m und einige der berühmtesten Berge der Welt, die keine Achttausender sind: Ama Dablam (6.812 m, „das Matterhorn des Himalaya"), Machhapuchhre (6.993 m, „Fishtail", heilig und unbestiegen) und Pumori (7.161 m, „Tochterberg" des Everest).
Warum es den Himalaya gibt — Die Geologie
Nepal ist ein geologisches Wunder: Die indische Kontinentalplatte schiebt sich seit 50 Millionen Jahren mit einer Geschwindigkeit von ca. 5 cm pro Jahr unter die eurasische Platte und drückt den Himalaya jedes Jahr einige Millimeter höher. Der Himalaya ist damit eines der jüngsten Gebirge der Erde — und eines der aktivsten. Das bedeutet: Erdbeben sind eine ständige Bedrohung. Das verheerende Erdbeben von 2015 (Stärke 7,8) war eine Erinnerung daran, dass die geologischen Kräfte, die Nepals majestätische Berge schufen, auch zerstörerisch sein können.
Schutzgebiete — Nepals grüne Krone
Nepal hat eines der fortschrittlichsten Naturschutzsysteme Südasiens. 23,4% der Landesfläche stehen unter Schutz — in 12 Nationalparks, 1 Wildreservat, 6 Conservation Areas und 12 Pufferzonen:
- Sagarmatha-Nationalpark (Everest-Region): UNESCO-Welterbe. 1.148 km². Heimat des EBC-Treks, der Sherpa-Kultur und seltener Arten wie Schneeleopard, Himalaya-Tahr und Rotem Panda
- Annapurna Conservation Area (ACAP): Das größte Schutzgebiet Nepals (7.629 km²). Beherbergt den Annapurna Circuit, ABC und Poon Hill Trek. Über 1.200 Pflanzenarten, 100 Säugetierarten, 474 Vogelarten
- Chitwan-Nationalpark: UNESCO-Welterbe. 952 km² subtropischer Dschungel im Terai. Nepals berühmtester Wildlife-Park mit Panzernashörnern, Bengal-Tigern, Krokodilen
- Bardia-Nationalpark: 968 km² im Westen. Wilder, abgelegener als Chitwan. Beste Tiger-Chancen, wilde Elefantenherden, Gangetic Dolphins
- Langtang-Nationalpark: 1.710 km² nördlich von Kathmandu. Rote Pandas, Schneeleoparden, Moschustiere. Durch das Erdbeben 2015 schwer getroffen, aber erholt
- Makalu-Barun-Nationalpark: Einer der artenreichsten Orte der Welt — von 435 m bis 8.485 m (Makalu-Gipfel). Unberührte Wildnis