Natur & Landschaften · Abschnitt 1/4

Das Atlas-Gebirge

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Das Atlas-Gebirge

Das Atlas-Gebirge ist das mächtige Rückgrat Marokkos — eine Gebirgskette, die sich über 2.500 km von der Atlantikküste bei Agadir bis nach Tunesien erstreckt und das Land in zwei fundamental verschiedene Welten teilt: den feuchten, grünen Norden und den trockenen, heißen Süden. In Marokko gliedert sich der Atlas in drei Hauptketten, die jeweils einen eigenen Charakter haben.

Der Hohe Atlas (Haut Atlas) ist das Herzstück — mit dem Jebel Toubkal (4.167 m) als höchstem Gipfel Nordafrikas und zahlreichen Viertausendern. Die Nordseite, nur eine Autostunde von Marrakesch entfernt, ist erstaunlich grün: terrassierte Felder, Walnusshaine, Apfelbäume und rauschende Bäche in Tälern wie dem Ourika-Tal oder dem Aït Bouguemez-Tal ("Tal der Glücklichen"). Im Winter fällt Schnee bis auf 2.000 m herab, und das Skigebiet Oukaïmeden (2.600 m, nur 80 km von Marrakesch) bietet surreale Bilder: Berber auf Skiern vor schneebedeckten Gipfeln, während in Marrakesch 20°C herrschen. Der Tizi n'Tichka-Pass (2.260 m) auf der Straße nach Ouarzazate ist eine der spektakulärsten Passstraßen der Welt.

Der Mittlere Atlas (Moyen Atlas) zwischen Fes und Marrakesch ist überraschend europäisch: dichte Zedernwälder, Seen, Skigebiete und die Kleinstadt Ifrane, die mit ihren roten Dächern und gepflegten Gärten "die Schweiz Marokkos" genannt wird. Hier leben die letzten Berberaffen (Magots) Afrikas — die einzige Affenart nördlich der Sahara. Die Zedernwälder von Azrou sind einer der besten Orte, um sie zu beobachten.

Der Antiatlas im Süden ist die älteste Gebirgskette — seine Felsen sind über 2 Milliarden Jahre alt und gehören zu den geologisch ältesten Formationen der Erde. Die Landschaft ist karg, dramatisch und fast menschenleer: verwitterte Granitgipfel, tiefe Schluchten, vereinzelte Oasen und die letzten wilden Arganwälder. Der Antiatlas ist Marokkos bestgehütetes Geheimnis — Wanderer und Geologen finden hier eine fast unberührte Wildnis.

💡 Tipp

Die beste Wanderzeit im Hohen Atlas ist Juni bis September — in den höheren Lagen ist es angenehm kühl, während die Städte glühen. Für den Toubkal brauchst du keine technische Kletterausrüstung, aber einen registrierten Bergführer (Pflicht, 300 MAD/Tag) und gute Wanderschuhe.

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