Natur & Landschaften · Abschnitt 2/4

Sahara & Wüsten-Ökosystem

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Sahara & Wüsten-Ökosystem

Die Sahara beginnt südlich des Atlas und bedeckt den gesamten Osten und Süden Marokkos. Entgegen der Vorstellung einer endlosen Sandfläche besteht die marokkanische Sahara überwiegend aus Steinwüste (Hamada) und Kieswüste (Reg) — die fotogenen Sanddünen (Erg) machen nur einen kleinen Teil aus, sind dafür aber umso spektakulärer.

Der Erg Chebbi bei Merzouga ist Marokkos berühmtestes Dünenfeld — eine Ansammlung goldoranger Sanddünen, die sich über 22 km Länge und 5 km Breite erstrecken und bis zu 150 m Höhe erreichen. Die Dünen verändern ständig ihre Form und Farbe — morgens golden, mittags weiß, abends tiefrot. Der Erg Chigaga bei M'hamid ist abgelegener, wilder und nur mit Geländewagen erreichbar — die Dünen sind niedriger (bis 50 m), aber die Einsamkeit ist absolut. Hier triffst du manchmal tagelang keinen anderen Touristen.

Die Wüste ist kein lebloser Ort — sie beherbergt ein erstaunlich vielfältiges Ökosystem. Wüstenfüchse (Fennek), Gazellen (Dorcasgazelle), Skorpione, Hornvipern und zahlreiche Echsenarten haben sich an die extremen Bedingungen angepasst. Nach seltenen Regenfällen explodiert die Wüste förmlich in einem Blütenmeer — Samen, die jahrelang im Sand schlummerten, keimen innerhalb weniger Tage. Die Oasen entlang der Flussbetten (Oueds) — Draa-Tal, Dadès-Tal, Ziz-Tal — sind grüne Bänder inmitten der Steinwüste: Palmenhaine, Gärten, Lehmburgen und jahrhundertealte Bewässerungssysteme (Khettaras), die das Grundwasser anzapfen.

Die Todra-Schlucht und die Dadès-Schlucht sind geologische Wunderwerke am Rand der Sahara: Die Todra-Schlucht verengt sich auf nur 10 m Breite zwischen 300 m hohen senkrechten Felswänden — ein Ort von überwältigender Dramatik. Die Dadès-Schlucht bietet bizarre Felsformationen, die als "Affenfinger" bekannt sind. Beide Schluchten liegen an der "Straße der Kasbahs" zwischen Ouarzazate und Errachidia.

Achtung

Unterschätze die Sahara nicht! Auch bei organisierten Touren: Mindestens 3 Liter Wasser pro Tag, Sonnenschutz mit LSF 50+, leichte, langärmelige Kleidung und ein Tuch für Mund und Nase (Sandstürme!). In den Wintermonaten fallen die Nachttemperaturen auf 0°C — warme Kleidung ist unverzichtbar.

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