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Kunst & Architektur · Abschnitt 4/4

Zeitgenössische Kunst & Kreativszene

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Zeitgenössische Kunst & Kreativszene

Hinter den jahrhundertealten Fassaden der Medinas und den Lehmmauern der Kasbahs verbirgt sich eine erstaunlich vitale zeitgenössische Kunstszene, die Marokko in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem der spannendsten Kulturstandorte Afrikas gemacht hat.

Marrakesch hat sich zum unumstrittenen Zentrum der marokkanischen Gegenwartskunst entwickelt. Das Museum für Afrikanische Zeitgenössische Kunst Al Maaden (MACAAL) zeigt wechselnde Ausstellungen marokkanischer und afrikanischer Künstler in einem spektakulären modernen Bau. Die Fondation Jardin Majorelle (neben dem berühmten Garten) beherbergt ein Museum für berberische Kultur und wechselnde Kunstausstellungen. In der Medina haben Galerien wie die Galerie 127 (Fotografie) und die Maison de la Photographie (historische und zeitgenössische Fotografie Marokkos) internationale Beachtung gewonnen. Das 1-54 Contemporary African Art Fair, das seit 2018 auch in Marrakesch stattfindet, hat die Stadt auf die Weltkarte des Kunstmarkts gesetzt.

In Casablanca — der industriellen Metropole — hat sich eine lebendige Street-Art-Szene entwickelt. Das Viertel Habous und die Fassaden der Art-Déco-Gebäude in der Innenstadt werden zunehmend von lokalen und internationalen Street-Art-Künstlern gestaltet. Das Villa des Arts und die Fondation ONA zeigen regelmäßig marokkanische Gegenwartskunst. Rabats neues Mohammed-VI.-Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst ist das erste seiner Art in Afrika und zeigt eine beeindruckende Sammlung marokkanischer Kunst vom 20. Jahrhundert bis heute.

Was die marokkanische Gegenwartskunst auszeichnet, ist die Spannung zwischen Tradition und Moderne: Viele Künstler arbeiten mit traditionellen Materialien (Zellige, Teppichkunst, Kalligraphie) und transformieren sie in zeitgenössische Ausdrucksformen. Die Fotografin Lalla Essaydi überlagert Frauenkörper mit arabischer Kalligraphie, der Künstler Hassan Hajjaj ("Andy Warhol von Marrakesch") kombiniert Pop-Art mit marokkanischer Ästhetik, und die Street-Art-Kollektive der Großstädte verbinden Graffiti mit Amazigh-Symbolen und islamischer Geometrie. Für kulturinteressierte Reisende ist diese Szene eine faszinierende Ergänzung zum historischen Erbe.

💡 Tipp

In Marrakesch lohnt sich ein Nachmittag in den Galerien und Museen der Medina: Maison de la Photographie (Eintritt 50 MAD, Dachterrasse mit Atlasblick!), Musée Yves Saint Laurent (100 MAD) und MACAAL. Im Januar findet die 1-54 Art Fair statt — ein Muss für Kunstfans.

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