Shinsekai & Tennōji — Retro-Osaka★★
Shinsekai (新世界, „Neue Welt") ist das schillerndste und skurrilste Viertel Osakas — ein Retro-Vergnügungsviertel aus den 1910er-Jahren, das heute wie ein Zeitsprung in ein schrilles Japan der Nachkriegszeit wirkt. Riesige Leuchtreklamen in Rot, Gelb und Grün, kitschige Pufferfish-Laternen, Spielhallen mit Pachinko-Lärm und der Tsūtenkaku-Turm (通天閣) als Wahrzeichen.
Der Tsūtenkaku (108 m) wurde 1956 als Nachbau des 1943 abgerissenen Originals errichtet — letzterer war wiederum vom Eiffelturm inspiriert. Die Aussichtsplattform (¥900) bietet Panoramablick über Osaka. Am Fuß des Turms steht Billiken, eine Glücksgottheit mit spitzen Ohren, der man die Fußsohlen reibt für Glück. Im 2022 eröffneten „Tower Slider" kann man auf einer Rutsche vom 3. Stock ins Erdgeschoss gleiten (¥1.000).
Shinsekai ist vor allem das Königreich des Kushikatsu. Dutzende Restaurants servieren frittierte Spieße — von Daruma (seit 1929, der Klassiker) bis zu namenlosen Eckkneipen. Das Ritual: Die Speisekarte durchkreuzen, Spieße bestellen, in die Gemeinschaftssoße tunken (einmal!), genießen, wiederholen. Ein Teller mit 10 Spießen kostet ¥800–1.200.
Gleich nebenan liegt Tennōji mit dem Shitennō-ji (四天王寺) — Japans ältester buddhistischer Tempel, gegründet 593 von Prinz Shōtoku. Der heutige Bau ist eine Rekonstruktion, aber die Anlage vermittelt 1.400 Jahre Geschichte. Der benachbarte Tennōji-Park beherbergt den wunderschönen japanischen Garten Keitakuen (¥150, verstecktes Juwel) und das Abeno Harukas — mit 300 Metern Japans höchstes Gebäude. Die Aussichtsplattform „Harukas 300" (¥1.500) bietet bei klarem Wetter Sicht bis zum Meer und den Bergen von Nara.
💡 Tipp
Shinsekai hat einen rauen Charme — es ist Osakas ehrlichstes Viertel, ohne Touristenpolitur. Am Wochenende besonders lebendig. Kombiniere Shinsekai (Kushikatsu-Mittagessen) mit Abeno Harukas (Aussicht bei Sonnenuntergang) und Shitennō-ji (Morgens, wenig Besucher) zu einem perfekten Halbtag.