Weltkriege, Nachkriegszeit & Brexit (1900–heute)
Der Erste Weltkrieg (1914–1918) dezimierte eine Generation: 700.000 britische Soldaten fielen, die Schlachtfelder der Somme und von Passchendaele brannten sich ins kollektive Gedächtnis. Jedes Dorf in Großbritannien hat ein War Memorial. Am Remembrance Day (11. November, 11:00 Uhr) trägt das ganze Land rote Mohnblumen (Poppies) und hält zwei Minuten Stille.
Der Zweite Weltkrieg (1939–1945) formte das moderne britische Selbstbild: Der Blitz (deutsche Luftangriffe auf London, 1940–41, 30.000 Tote) und Churchills legendäre Reden („We shall fight on the beaches...") schufen den Mythos des britischen Durchhaltevermögens — „Keep Calm and Carry On" ist mehr als ein Poster. Die Enigma-Entschlüsselung in Bletchley Park (Alan Turing) verkürzte den Krieg um schätzungsweise zwei Jahre.
Nach 1945: Das Empire zerfiel. Indien (1947), afrikanische Kolonien (1960er) und Hongkong (1997) wurden unabhängig. Der National Health Service (NHS) wurde 1948 gegründet — kostenlose Gesundheitsversorgung für alle, bis heute Großbritanniens heiligste Institution. Die Swinging Sixties (Beatles, Rolling Stones, Mary Quant) und die Punk-Revolution (Sex Pistols, 1976) machten London zur Kulturhauptstadt der Welt.
Der Brexit (23. Juni 2016: 52% stimmten für den EU-Austritt, vollzogen am 31. Januar 2020) war das politische Erdbeben der jüngsten Geschichte. Die Folgen: neue Einreiseregeln für EU-Bürger, Handelsfriktionen, die Nordirland-Grenzfrage und eine gespaltene Gesellschaft. Für Reisende bedeutet der Brexit: Passkontrolle bei der Einreise, keine EU-Roaming-Garantie und Zollfragen bei der Ausreise. Schottland (62% für Remain) diskutiert weiterhin über Unabhängigkeit.