Feilschen — die Kunst des Verhandelns
Feilschen gehört in Vietnam zum Alltag — auf Märkten, bei Straßenhändlern, bei Taxi- und Bootsfahrten (ohne Taxameter), und bei vielen Dienstleistungen. Nicht feilschen bedeutet, den „Touristenpreis" zu zahlen, der oft 2–5× höher ist als der Einheimischenpreis.
Die goldenen Regeln
- Lächle! Feilschen in Vietnam ist ein freundliches Spiel, kein Kampf. Wer wütend wird, verliert — in jeder Hinsicht.
- Starte bei 40–50% des genannten Preises. Der Verkäufer startet hoch, du startest niedrig, ihr trefft euch in der Mitte.
- Der „Walk-away": Wenn du weggehst, ruft der Verkäufer oft deinen letzten Preis hinterher. Wenn nicht — war dein Preis zu niedrig.
- Vergleiche! Geh zu 2–3 Ständen und frag nach dem Preis, bevor du kaufst. So bekommst du ein Gefühl für den echten Wert.
- Nicht unter den Einkaufspreis drücken. Denk daran: Der Verkäufer muss davon leben. Ein fairer Preis ist einer, bei dem beide zufrieden sind.
Wo wird gefeilscht?
| Situation | Feilschen? |
|---|---|
| Märkte & Straßenstände | JA — immer |
| Souvenirläden | JA — außer bei Festpreisen |
| Taxi ohne Taxameter | JA — Preis VORHER vereinbaren |
| Motorrad-Miete | JA — bei Mehrtages-Miete |
| Hotels (Walk-in) | JA — besonders in der Nebensaison |
| Restaurants mit Speisekarte | NEIN |
| Supermärkte | NEIN |
| Museen & Eintritte | NEIN |
| Grab/App-basierte Dienste | NEIN — Festpreis |
💡 Tipp
Ein häufiger Fehler: zu hart feilschen für Centbeträge. Wenn du über 5.000 VND (0,20€) streitest, frag dich: Würdest du das zu Hause auch tun? Ein fairer Deal ist besser als ein „Sieg", der den Verkäufer verärgert.