Chiang Mai — Altstadt & Tempel★★★
Chiang Mai wurde 1296 von König Mengrai als Hauptstadt des Lanna-Königreichs gegründet und ist damit eine der ältesten Städte Thailands. Die Altstadt (Old City) wird von einem quadratischen Wassergraben und Resten der mittelalterlichen Stadtmauer umschlossen — ein kompaktes Areal von etwa 1,5 × 1,5 Kilometern, in dem sich über 30 buddhistische Tempel drängen. Man kann kaum drei Minuten gehen, ohne auf einen goldenen Chedi, einen betenden Mönch oder den Duft von Räucherstäbchen zu stoßen.
Der wichtigste Tempel der Altstadt ist Wat Chedi Luang, erbaut ab 1391 und einst 82 Meter hoch — der größte Chedi, der je in Nordthailand errichtet wurde. Ein Erdbeben 1545 zerstörte die obere Hälfte, aber die verbliebenen 60 Meter sind immer noch monumental. Im Tempelkomplex steht der berühmte Säulen-Gummibaum (City Pillar), den die Einheimischen als Wohnsitz des Stadtgeistes verehren. Jeden Dienstag und Donnerstag Abend bieten Mönche „Monk Chat" an — eine einzigartige Gelegenheit, mit jungen Mönchen über Buddhismus, das Leben im Kloster und die moderne Welt zu sprechen (auf Englisch!).
Gleich um die Ecke liegt Wat Phra Singh, Chiang Mais verehrungswürdigster Tempel. Die Viharn Lai Kham (Kapelle) aus dem 14. Jahrhundert beherbergt den Phra Singh-Buddha, eine der bedeutendsten Buddhafiguren Nordthailands. Die Wandmalereien im Inneren gehören zu den schönsten der Lanna-Kunst: Szenen aus dem Leben Buddhas und dem Alltagsleben im alten Lanna, in zarten Goldtönen auf rotem Grund. Der Tempel ist Zentrum der Songkran-Feierlichkeiten (thailändisches Neujahr, 13.-15. April), wenn die Figur in einer Prozession durch die Stadt getragen wird.
Weitere Perlen: Wat Chiang Man (der älteste Tempel der Stadt, 1296), getragen von 15 steinernen Elefanten, beherbergt den winzigen Kristall-Buddha und den Marmor-Buddha. Wat Umong, etwas außerhalb der Altstadt, ist ein meditatives Wunder — ein Waldtempel aus dem 14. Jahrhundert mit tunnelartigen Gängen, moosbedeckten Stupas und einem See voller Schildkröten. Mönche meditieren hier in Höhlen, und die Stille ist fast greifbar.
Der Rhythmus der Altstadt ist gemächlich: Morgens sammeln Mönche in safrangelben Roben ihre Almosen (Tak Bat, ab 6 Uhr — bitte nur beobachten, nicht fotografieren!), tagsüber herrscht dösendes Tempelstille, und abends erwacht das Viertel in den Seitenstraßen mit kleinen Restaurants, Bars und Massage-Studios zum Leben. Das Fahrrad ist das perfekte Fortbewegungsmittel: Die Altstadt ist flach, die Distanzen kurz, und ein Mietrad kostet 50-100 THB pro Tag.
💡 Tipp
Die Tempel sind morgens vor 9 Uhr fast menschenleer und im weichsten Licht. Wat Umong ist am schönsten in den Abendstunden, wenn das Licht durch den Wald fällt und die Fledermäuse ausschwärmen. In der Altstadt gibt es Hunderte günstige Guesthouses ab 300 THB (~8€) pro Nacht — perfekte Basis für Tempelhopping.