Asturien & Picos de Europa
Asturien ist Spaniens bestgehütetes Geheimnis: Eine schmale Region zwischen dem Kantabrischen Gebirge und der Küste, die sich rühmt, nie von den Mauren erobert worden zu sein („Asturias, patria querida"). Grüne Almen, dramatische Kalksteingipfel, wilde Küsten und ein Cidre-Kult, der seinesgleichen sucht.
Das Kronjuwel ist der Nationalpark Picos de Europa — Spaniens ältester Nationalpark (seit 1918) mit über 2.600 m hohen Kalksteingipfeln, tiefen Schluchten, Bergseen und einer der spektakulärsten Berglandschaften Europas. Dazu kommen Braunbären, Gänsegeier, Wölfe und Gämsen.
Plane mindestens 4–5 Tage für Asturien ein: 2–3 für die Picos, 1–2 für die Küste und die Hauptstadt Oviedo.
💡 Tipp
Asturien ist Spaniens regenreichste Region — selbst im Sommer kann es unerwartet schütten. Packe immer eine Regenjacke ein. Die beste Zeit ist Juni bis September, wobei Juli/August die trockensten Monate sind. Die Picos können auch im Sommer morgens in Wolken gehüllt sein — früh starten lohnt sich!
Picos de Europa — Highlights★★★
★★★ Ruta del Cares (Cares-Schlucht)
Die berühmteste Wanderung Spaniens: 12 km (einfach) durch eine bis zu 2.000 m tiefe Schlucht, auf einem in den Fels geschlagenen Weg, mit Tunneln, Brücken und schwindelerregenden Abgründen. Von Poncebos nach Caín (oder umgekehrt). Leicht bis mittelschwer, aber nichts für Menschen mit Höhenangst.
Hin und zurück 24 km, ca. 6–7 Stunden. Alternative: Von Caín nur 4 km bis zur engsten Stelle und zurück (2 Std.). Kein Eintritt. Parkplatz in Poncebos 5 €.
★★★ Fuente Dé — Seilbahn
Die Teleférico de Fuente Dé überwindet 753 Höhenmeter in nur 3 Minuten und bringt dich auf 1.823 m — mitten in eine surreale Mondlandschaft aus Kalkstein. Oben Wanderwege zum Refugio de Áliva (1 Std.) oder zurück ins Tal über den Horcados Rojos-Aussichtspunkt.
Hin und zurück 21 €, einfach 14 €. Täglich 9–18 Uhr (Sommer bis 20 Uhr). In der Hochsaison Schlangen bis 2 Stunden — früh kommen (vor 9 Uhr) oder online buchen!
★★ Lagos de Covadonga
Zwei Bergseen (Enol und Ercina) auf über 1.000 m Höhe — postkartenperfekt, umgeben von grünen Almen mit freilaufenden Kühen und spitzen Kalksteingipfeln. Im Sommer (15. Juli – 15. September) ist die Straße für Privatfahrzeuge gesperrt; stattdessen Shuttle-Bus ab Covadonga (9 €, alle 15 Min.).
★★ Covadonga
Heiliger Ort für Spanien: Hier begann 722 die Reconquista mit dem Sieg von Don Pelayo über die Mauren. Die Santa Cueva (Heilige Höhle) mit der Virgen de Covadonga und die neoromanische Basilika (1901) sind Pilgerziele. Frei zugänglich.
Küste & Oviedo
★★ Oviedo
Asturiens elegante Hauptstadt (220.000 Einwohner) mit einer wunderschönen autofreien Altstadt, präromanischen Kirchen (UNESCO-Welterbe: Santa María del Naranco und San Miguel de Lillo, 9. Jh.) und einer hervorragenden Cidre-Szene. Der Markt El Fontán ist ein Erlebnis.
Tipp: In der Calle Gascona (Cidre-Boulevard) reihen sich Sidrería an Sidrería. 1 Flasche Cidra (70 cl) ab 4 €, wird traditionell „escancado" — aus 60 cm Höhe ins Glas gegossen.
★★ Playa de Gulpiyuri
Ein Strand ohne Meer — oder besser: Ein Binnenstrand, 100 m von der Küste entfernt, der über unterirdische Kanäle mit dem Meer verbunden ist. Nur 40 m lang, aber einer der ungewöhnlichsten Strände Europas. Bei Ebbe badbar.
Bei Llanes, kostenloser Zugang, 500 m Fußweg ab Parkplatz. Am besten bei Flut kommen, wenn Wasser da ist.
★ Cudillero
Eines der malerischsten Fischerdörfer Spaniens: Bunte Häuser kleben an einem steilen Amphitheater-Hang über dem Hafen. Hervorragender frischer Fisch in den Hafenrestaurants (Menú del día ab 12 €).
★ Playa del Silencio
Einer der schönsten wilden Strände Asturiens — graue Klippen, türkises Wasser, keine Infrastruktur. 15 Minuten Abstieg über Treppen. Keine Rettungsschwimmer, Handtuch und Proviant mitbringen.