Fiestas & Feiern — Leben auf der Straße
Spanien feiert mehr und ausgelassener als jedes andere europäische Land. Jedes Dorf, jede Stadt hat ihre Fiesta — oft mehrere. Es gibt geschätzt 25.000 lokale Feste pro Jahr in Spanien. Feiern ist keine Freizeitbeschäftigung, sondern Ausdruck der Identität.
Die großen Feste
- Las Fallas (Valencia, März): Riesige satirische Pappmaché-Figuren (Ninots) werden in der ganzen Stadt aufgestellt und in der Nit del Foc (Feuernacht) am 19. März verbrannt. Ohrenbetäubende Böller (Mascletà) um 14 Uhr auf der Plaza del Ayuntamiento — der Boden vibriert
- Semana Santa (Ostern, überall, besonders Sevilla): Prozessionen mit kilotonneschweren Heiligenfiguren (Pasos), getragen von Büßerbruderschaften in spitzen Kapuzen (Nazarenos). In Sevilla laufen die Prozessionen rund um die Uhr, die Stadt steht kopf
- Feria de Abril (Sevilla, April): Eine Woche lang Flamenco, Sherry, Pferdekutschen und Sevillanas-Tanz in den Casetas (Festzelten). Die Frauen tragen Flamenco-Kleider, die Männer Traje Corto
- San Fermín (Pamplona, Juli): Die berüchtigte Stierhatz — jeden Morgen um 8 Uhr rennen Hunderte (leichtsinnige) Menschen vor sechs Kampfstieren durch die Altstadtgassen zum Ring. Hemingway machte es weltberühmt
- La Tomatina (Buñol bei Valencia, August): Die größte Tomatenschlacht der Welt — 20.000 Menschen bewerfen sich mit 120 Tonnen überreifen Tomaten
Lokale Fiestas
Fast jedes Dorf hat seinen Schutzpatron, dessen Festtag mit Messe, Prozession, Essen, Musik und meist Feuerwerk gefeiert wird. Diese lokalen Fiestas sind authentischer als die großen Events — man wird als Besucher eingeladen, bekommt Wein eingeschenkt und tanzt mit. Frage im Hotel oder in der Tourist-Information nach der nächsten Fiesta!
💡 Tipp
Wer zur Semana Santa nach Sevilla möchte, muss Unterkünfte 6–12 Monate im Voraus buchen. Die Preise vervierfachen sich. Alternative: Die Semana Santa in Málaga, Zamora oder Valladolid ist genauso beeindruckend, aber deutlich weniger überlaufen.