Trekking · Abschnitt 3/7

Annapurna Circuit

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Annapurna Circuit★★★€€

★★★ Die vielfältigste Trekkingroute der Welt

Der Annapurna Circuit ist eine komplette Umrundung des Annapurna-Massivs und gilt als eine der schönsten Fernwanderungen der Welt. In 14–21 Tagen durchquerst du subtropische Täler, tibetisch-buddhistische Dörfer, karge Hochebenen und überquerst den Thorong-La-Pass auf 5.416 m — einen der höchsten begehbaren Pässe der Welt.

Was den Annapurna Circuit so besonders macht

  • Landschaftliche Vielfalt: Von Reisfeldern auf 800 m über Rhododendren-Wälder, tiefe Schluchten, Nadelwälder und tibetische Hochebenen bis zum eisigen Pass auf 5.416 m — kein anderer Trek bietet diese Bandbreite. Du durchquerst fünf Klimazonen in drei Wochen!
  • Kulturelle Vielfalt: Hindu-Dörfer im Süden mit Terrassenfeldwirtschaft, Gurung-Siedlungen in der Mitte (das Volk der berühmten Gurkha-Soldaten!) und tibetisch-buddhistische Gemeinden im Norden (Manang, Muktinath) mit Gebetsfahnen, Mani-Mauern und Yak-Herden
  • Muktinath: Der heilige Tempel auf 3.800 m, wo hinduistische und buddhistische Pilger nebeneinander beten — 108 Wasserspeier und eine ewige Flamme, die auf Wasser brennt (ein Erdgasaustritt, der seit Jahrhunderten flammt)
  • Weniger überlaufen: Seit eine Jeep-Straße Teile der Route erschlossen hat, sind weniger Trekker unterwegs als zum EBC. Abseits der Straße ist es herrlich ruhig
  • Günstiger als EBC: Kein teurer Lukla-Flug, günstigere Tea Houses, kein Sagarmatha-NP-Eintritt

Route & Tagesetappen im Detail

Die klassische Route gegen den Uhrzeigersinn (die empfohlene Richtung für bessere Akklimatisierung):

Tag 1: Besisahar (760 m) → Bahundanda (1.310 m)
5–6 Stunden, ↑550 m
Start im subtropischen Tiefland. Reisterrassen, Wasserfälle, Hindu-Dörfer. Warm und schwül. Erste Eindrücke der Annapurna-Landschaft.

Tag 2–3: Bahundanda → Jagat (1.300 m) → Dharapani (1.860 m)
Jeweils 5–6 Stunden
Durch die dramatische Marsyangdi-Schlucht. Die Vegetation wird dichter, die Berge steiler. Hängebrücken, Wasserfälle und erste Mani-Mauern (immer links passieren!). Viele Trekker starten mittlerweile per Jeep in Dharapani oder sogar Chame — überspringen die unteren Etappen nicht, wenn du die volle Vielfalt des Circuits erleben willst!

Tag 4–5: Dharapani → Chame (2.670 m) → Upper Pisang (3.310 m)
Jeweils 5–6 Stunden
Die Landschaft wechselt: Kiefernwälder, die ersten Blicke auf die Annapurna-Kette und den Manaslu. In Chame: letzte größere Siedlung mit Mobilfunkempfang, Bäckereien und einem heißen Thermalquellenbad (perfekt nach Tagen des Wanderns!). Upper Pisang bietet einen der schönsten Himalaya-Sonnenaufgänge des Treks.

Tag 6–7: Upper Pisang → Manang (3.540 m)
Jeweils 4–5 Stunden
Die tibetisch-buddhistische Welt beginnt: Gebetsfahnen, Chorten, Yak-Herden, flache Steinmauerhäuser mit Brennholzstapeln auf den Dächern. Manang ist das Hauptdorf der Region — mit einem Kino (ja!), Bäckereien, Internet-Cafés und dem Himalayan Rescue Association (HRA) Post, der täglich um 15:00 einen kostenlosen Vortrag über Höhenkrankheit hält. Besuche diesen Vortrag!

Tag 8: Akklimatisierungstag in Manang
Tagesausflug zum Ice Lake (4.620 m), 5–6 Stunden
Pflicht-Ruhetag! Der Tagesausflug zum Gangapurna Ice Lake ist spektakulär: Ein smaragdgrüner Gletschersee mit Blick auf Gangapurna (7.455 m), Annapurna III und das Marsyangdi-Tal. Alternativ: Praken Gompa (altes Kloster auf 3.900 m) oder Milarepa's Cave (Meditationshöhle des tibetischen Heiligen).

Tag 9–10: Manang → Yak Kharka (4.018 m) → Thorong Phedi (4.525 m)
Jeweils 3–4 Stunden (langsam! Akklimatisierung!)
Die letzten bewohnten Orte vor dem Pass. Karge Moränenlandschaft, kein Baum mehr, nur noch Gras und Felsen. In Thorong Phedi (oder dem 300 m höheren High Camp, 4.850 m) übernachtest du vor der großen Passüberquerung. Schlafe wenig, iss leicht, trinke viel. Die Aufregung ist spürbar.

Tag 11: Thorong La Pass (5.416 m) → Muktinath (3.800 m)
8–12 Stunden, ↑900 m / ↓1.600 m — DER Tag!
4:00 Uhr morgens Aufbruch — in der Dunkelheit, mit Stirnlampe, bei -15 bis -25°C. Der Aufstieg zum Thorong La dauert 4–6 Stunden in immer dünnerer Luft (auf dem Pass hat die Luft nur noch 50% des Sauerstoffs auf Meeresniveau). Oben: Gebetsfahnen, ein Tea-Stall und der Blick auf die Dhaulagiri-Kette. Dann der endlose Abstieg (1.600 Höhenmeter!) nach Muktinath — deine Knie werden es spüren, aber die Erleichterung und der Stolz sind überwältigend.

In Muktinath erwartet dich ein heiliger Tempel, in dem Hindus und Buddhisten gemeinsam beten: 108 steinerne Wasserspeier (das Wasser kommt direkt vom Gletscher) und eine Flamme, die ewig auf Wasser brennt — eines der Weltwunder Nepals.

Tag 12–14: Muktinath → Jomsom (2.720 m) → Pokhara
2 Wandertage + Flug oder Bus
Abstieg durch das trockene, windige Kali-Gandaki-Tal — die tiefste Schlucht der Welt (zwischen Annapurna I, 8.091 m, und Dhaulagiri, 8.167 m). Jomsom ist die Endstation: Von hier Flug nach Pokhara (20 Min., ab 100€) oder per Jeep/Bus (8–10 Stunden über eine abenteuerliche Piste).

Kosten

Deutlich günstiger als der EBC-Trek: 800–1.800€ gesamt

  • Annapurna Conservation Area Permit (ACAP): ~22€
  • TIMS-Karte: ~15€
  • Tea Houses: 20–35€/Tag × 18 Tage
  • Guide: 25–30€/Tag (optional, aber am Thorong La empfohlen)
  • Transport zum/vom Trailhead: 20–40€
  • Flug Jomsom–Pokhara (optional): ~100€

💡 Tipp

Laufe den Circuit gegen den Uhrzeigersinn (Besisahar → Manang → Thorong La → Muktinath → Jomsom)! So akklimatisierst du langsam und überquerst den Thorong La als Aufstieg, nicht als Abstieg — viel sicherer. Die meisten Trekker gehen diese Richtung. WICHTIG: Überspringe die unteren Etappen nicht per Jeep! Die Tage von Besisahar bis Dharapani durch die Marsyangdi-Schlucht sind wunderschön und helfen bei der Akklimatisierung.

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