Geschichte Namibias · Abschnitt 4/5

Völkermord an Herero & Nama

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Völkermord an Herero & Nama

Der Völkermord an den Herero und Nama (1904–1908) ist eines der schlimmsten Verbrechen der deutschen Kolonialgeschichte — und wird von Historikern als der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts eingestuft.

Nach dem Herero-Aufstand im Januar 1904 entsandte Berlin General Lothar von Trotha, der am 2. Oktober 1904 seinen berüchtigten Vernichtungsbefehl erließ:

„Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen. Ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf."

Die Herero wurden in die wasserlose Omaheke-Wüste getrieben, wo Tausende verdursteten. Überlebende wurden in Konzentrationslager interniert — auf der Haifischinsel bei Lüderitz und in Windhoek. Zwangsarbeit, Hunger, Krankheiten und medizinische Experimente (Schädelvermessungen) forderten weitere Tausende Opfer.

Die Bilanz: Von ca. 80.000 Herero überlebten nur etwa 15.000. Die Nama verloren rund die Hälfte ihrer Bevölkerung.

Deutschland erkannte den Völkermord erst 2021 offiziell an und sagte 1,1 Milliarden Euro Entwicklungshilfe über 30 Jahre zu — eine Summe, die von vielen Herero- und Nama-Vertretern als unzureichend kritisiert wird, da sie nicht an direkte Nachkommen, sondern an staatliche Projekte fließt.

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