Südafrikanische Herrschaft & Unabhängigkeit
Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Südafrika die Verwaltung des Gebietes — zunächst als Völkerbundsmandat, dann als faktische Kolonie. Ab 1948 führte Südafrika das Apartheid-System auch in Südwestafrika ein: strikte Rassentrennung, Homelands, Passgesetze und systematische Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung.
Der Widerstand formierte sich in der SWAPO (South West Africa People's Organisation), gegründet 1960 unter Führung von Sam Nujoma. Ab 1966 führte die SWAPO einen bewaffneten Befreiungskampf gegen die südafrikanische Besatzung — der „Bush War", der über 20 Jahre dauerte und vor allem im Norden (Ovamboland) ausgetragen wurde.
Unter internationalem Druck und nach dem Ende des Kalten Krieges fanden 1989 die ersten freien Wahlen statt. Am 21. März 1990 wurde Namibia unabhängig — als eines der letzten Länder Afrikas. Sam Nujoma wurde der erste Präsident.
Seit der Unabhängigkeit ist Namibia eine stabile Demokratie — eine Seltenheit auf dem Kontinent. Die SWAPO regiert ununterbrochen, aber Wahlen gelten als frei und fair. Die Pressefreiheit gehört zu den besten Afrikas.