Mandalay & Norden · Abschnitt 3/3

Hsipaw & Gokteik-Viadukt

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Hsipaw & Gokteik-Viadukt

Off the beaten path im nördlichen Shan-Staat

Hsipaw (ausgesprochen: Si-Paw) ist ein verschlafenes Städtchen im nördlichen Shan-Staat — und einer der besten Orte in Myanmar für authentisches Trekking fernab der Touristenpfade. Während Kalaw und der Inle-See in der Hauptsaison von Trekking-Gruppen bevölkert sind, ist Hsipaw noch immer ein Geheimtipp, an dem die Dorfbewohner dich mit echtem Staunen und herzlicher Neugier empfangen.

Die Gegend ist Heimat verschiedener ethnischer Gruppen — Shan, Pa-O, Palaung und Lisu — die in den Bergen rund um Hsipaw leben und ihre traditionelle Lebensweise weitgehend beibehalten haben. Die Palaung-Frauen tragen silberne Halsbänder und bunte Trachten, die Shan-Bauern bewirtschaften Teeplantagen, und in den Dörfern wird Reis noch von Hand gepflanzt und geerntet.

Gokteik-Viadukt — Nervenkitzel auf Schienen

Die Zugfahrt von Hsipaw nach Pyin Oo Lwin (oder umgekehrt) überquert das Gokteik-Viadukt — eine über 100 Jahre alte Eisenbahnbrücke über eine 300 m tiefe Schlucht, die zu den Wundern der Kolonialzeit-Ingenieurskunst gehört. Erbaut 1901 von der Pennsylvania Steel Company, war sie damals die höchste Eisenbahnbrücke der Welt.

Der Zug kriecht im Schritttempo über das Viadukt — die Stahlkonstruktion ächzt, die Waggons schaukeln, und der Blick nach unten in die mit Dschungel bewachsene Schlucht ist schwindelerregend. Es gibt keine Geländer am Fenster, keine Sicherheitsgurte, keine Warnschilder — nur das Vertrauen darauf, dass eine 125 Jahre alte Brücke aus Stahl und Nieten hält, was sie verspricht. Ein Erlebnis, das gleichzeitig terrifying und grandios ist.

Zugfahrt Hsipaw → Pyin Oo Lwin: 7–10 Stunden (ja, für 200 km). Ca. 4.000 MMK (1,20 EUR). Man fährt nicht wegen der Geschwindigkeit, sondern wegen der Erfahrung: die Landschaft, die Menschen im Zug, die Händler an den Stationen, und natürlich der Moment auf dem Viadukt.

Trekking ab Hsipaw

  • 1-Tages-Trekking: Zu den Shan- und Pa-O-Dörfern in den Hügeln, durch Teeplantagen und vorbei an Wasserfällen. Ab 15 USD/Person mit englischsprachigem Guide.
  • 2-Tage/1-Nacht: Übernachtung in einem Palaung-Dorf — eine der authentischsten Trekking-Erfahrungen in ganz Südostasien. Die Palaung-Frauen mit ihren traditionellen Silberhalsbändern, das Essen am offenen Feuer, der Sternenhimmel über den Bergen.
  • Shan-Palast: In Hsipaw selbst lohnt ein Besuch beim Shan-Palast des ehemaligen Fürsten (Saopha). Die Witwe des letzten Fürsten (der nach dem Militärputsch 1962 verschwand und nie wieder auftauchte) führt manchmal persönlich durch das Gebäude — ein bewegendes Zeugnis der Shan-Geschichte.

Achtung

Prüfe vor der Reise nach Hsipaw die aktuelle Sicherheitslage im nördlichen Shan-Staat. In einigen Gebieten gibt es bewaffnete Konflikte zwischen ethnischen Milizen und dem Militär. Die Stadt Hsipaw selbst und die etablierten Trekkingrouten waren in der Vergangenheit meist sicher, aber die Situation kann sich ändern. Frage in deinem Hotel oder bei der örtlichen Trekkingagentur nach aktuellen Empfehlungen.

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