Die Azteken (1325–1521)
Die Mexica (die wir „Azteken" nennen) gründeten 1325 ihre Hauptstadt Tenochtitlán auf einer Insel im Texcoco-See — genau dort, wo sie einen Adler auf einem Kaktus eine Schlange fressen sahen (heute auf der mexikanischen Flagge). Aus dieser sumpfigen Insel wurde in nur 200 Jahren eine der größten Städte der Welt: 200.000–300.000 Einwohner, prächtige Tempel, Aquädukte, Dammstraßen und Märkte.
Das Azteken-Reich
- Expansion: Durch Krieg und Tributsystem kontrollierten die Azteken bis 1500 den größten Teil Zentralmexikos — über 5 Millionen Untertanen zahlten Tribut in Gold, Kakao, Federn, Textilien.
- Menschenopfer: Die Azteken praktizierten rituelle Menschenopfer in großem Maßstab — die genaue Zahl ist umstritten (spanische Quellen übertrieben wohl), aber es war ein zentraler Teil ihrer Kosmologie: Die Götter brauchten menschliches Blut, um die Sonne am Laufen zu halten.
- Blumenkriege: Ritualisierte Kriege, deren Hauptzweck die Gefangennahme von Kriegern für Opferungen war — kein Töten auf dem Schlachtfeld.
- Kultur: Poesie (Nezahualcóyotl war ein berühmter Dichterkönig), botanische Gärten, Schulpflicht für alle Kinder, ein ausgeklügeltes Rechtssystem.
Der Azteken-Herrscher Moctezuma II. empfing Hernán Cortés 1519 zunächst als Gast — ein Fehler, der zur Zerstörung des Reiches führte.