Körpersprache & Kommunikation
In Marokko spricht der Körper mindestens so laut wie die Zunge. Einige wichtige ungeschriebene Regeln:
Gesten
- Rechte Hand: Zum Essen, Geben, Grüßen (die linke gilt als unrein)
- Hand aufs Herz: Nach dem Händedruck die rechte Hand aufs Herz legen — Zeichen aufrichtiger Begrüßung
- Kopf nach oben + Schnalzen: Bedeutet „Nein" — verwirrt Europäer, die ein Nicken erwarten
- Daumen hoch: Bedeutet wie bei uns „okay" / „gut"
- Fünf Finger gespreizt ins Gesicht: Schwere Beleidigung! (Bedeutung: „Fünf auf dein Auge")
- Schuhsohle zeigen: Beleidigung (wie in vielen islamischen Kulturen)
Smalltalk
Marokkaner lieben ausführlichen Smalltalk vor jedem Geschäft: „Wie geht es dir? Deiner Familie? Deiner Gesundheit? Alhamdulillah!" Dieser Austausch ist nicht Zeitverschwendung, sondern soziales Schmiermittel — überspringe ihn nicht.
Tabuthemen
- König & Monarchie: Kritik am König ist strafbar. Sei diplomatisch
- Westsahara: Hochsensibel (siehe Geschichte-Kapitel)
- Homosexualität: Illegal in Marokko. Diskret bleiben
- Religion: Respektvoll diskutieren, nie den Islam kritisieren
Achtung
Homosexualität ist in Marokko illegal (Artikel 489 des Strafgesetzbuchs, bis zu 3 Jahre Haft). Obwohl die Verfolgung selten ist, sollten gleichgeschlechtliche Paare in der Öffentlichkeit diskret sein — keine Zärtlichkeiten zeigen. LGBTQ+-Reisende berichten, dass Marokko generell problemlos bereisbar ist, solange man sich der Gesetzeslage bewusst ist.