Atlantikküste · Abschnitt 4/7

Casablanca

🇲🇦 Marokko Reiseführer

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Casablanca★★

Vergiss den Film — das echte Casablanca hat mit Humphrey Bogart wenig zu tun. Marokkos größte Stadt (4 Millionen Einwohner) ist das wirtschaftliche Herz des Landes: modern, geschäftig, kosmopolitisch und auf den ersten Blick nicht besonders schön. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt eine faszinierende Mischung aus Art-déco-Prachtbauten, lebendigen Vierteln und einer Sehenswürdigkeit, die allein die Reise wert ist.

★★★ Hassan-II.-Moschee

Die Hassan-II.-Moschee ist das Wahrzeichen Marokkos und eine der größten Moscheen der Welt: Platz für 25.000 Gläubige im Innenraum und 80.000 auf dem Vorplatz, ein 210 Meter hohes Minarett (das höchste religiöse Bauwerk der Welt), ein versenkbares Dach, ein gläserner Boden über dem Atlantik, und eine Handwerkskunst, die sprachlos macht: Zellige-Fliesen, geschnitztes Zedernholz, Stuck, Marmor aus Agadir — alles von 10.000 marokkanischen Handwerkern in nur 6 Jahren (1986-1993) geschaffen.

Es ist eine der wenigen Moscheen Marokkos, die Nicht-Muslime betreten dürfen. Geführte Touren (auf Englisch, Französisch, Deutsch) starten stündlich. Die Lage direkt am Ozean, auf einer Landzunge über dem Atlantik, ist atemberaubend.

Eintritt: 130 MAD. Touren: Sa-Do 9, 10, 11, 14 Uhr (Sommer auch 15, 16 Uhr). Freitags geschlossen. Angemessene Kleidung erforderlich.

★ Art-déco-Viertel

Das Stadtzentrum um den Boulevard Mohammed V ist ein faszinierendes Freiluftmuseum des Art déco: In den 1920er-30er Jahren bauten französische Architekten hier eine Kolonialstadt, die maurische Ornamentik mit europäischer Moderne verband. Viele Gebäude sind leider verfallen, aber die besten Exemplare (Cinéma Rialto, Marché Central, Hyatt Regency) zeigen noch ihren einstigen Glanz.

Corniche & Strände

Die Corniche von Aïn Diab ist Casablancas Ausgehmeile am Meer: Restaurants, Clubs, Beach Clubs, Pools. Zum Schwimmen sind die Strände allerdings mäßig (Stadtstrände halt). Wer baden will, fährt besser nach Mohammedia (30 km nördlich).

Quartier Habous (Neue Medina)

In den 1930er Jahren von den Franzosen als „idealisierte Medina" gebaut — eine saubere, gut organisierte Version eines traditionellen Souks. Perfekt zum stressfreien Einkaufen: Oliven, Gebäck, Babouches (Lederpantoffeln). Die Pâtisserie Bennis ist legendär für ihre Cornes de Gazelle (Mandelgebäck).

💡 Tipp

Casablanca ist kein Ort zum Verweilen — ein halber Tag für die Hassan-II.-Moschee und ein Spaziergang durch das Art-déco-Viertel reichen. Die Stadt liegt am Knotenpunkt des marokkanischen Zugnetzes (ONCF) und lässt sich gut als Zwischenstopp einplanen.

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