Zwei Küchen, ein Land
Kroatien hat nicht eine, sondern zwei völlig verschiedene Küchen:
Küstenküche (Dalmatien, Istrien, Kvarner)
Mediterran, leicht, fischbetont. Olivenöl statt Butter, Knoblauch und Rosmarin statt Paprika, gegrillter Fisch statt Braten. Die dalmatinische Küche ist die Schwester der italienischen — Pasta, Risotto und Meeresfrüchte dominieren. In Istrien kommt die Trüffel dazu, auf den Inseln bestimmt, was das Meer gerade hergibt.
Typisch: Fisch wird am Stück gegrillt (na gradele), mit Olivenöl, Petersilie und Knoblauch serviert. Dazu gibt es Mangold (blitva) und Kartoffeln. So einfach, so perfekt — wenn der Fisch frisch ist.
Inlandsküche (Zagreb, Slavonien, Zagorje)
Herzhaft, deftig, fleischlastig. Schweinefett statt Olivenöl, Paprika als Hauptgewürz, Wildgerichte, Eintöpfe und Mehlspeisen. Starker österreichisch-ungarischer Einfluss: Wiener Schnitzel, Strudel, Palatschinken finden sich auf fast jeder Karte. Im östlichen Slavonien wird scharf gekocht (Paprika, Chili) und der Kulen (Salami mit Paprika) ist legendär.