Matala — Höhlen, Hippies & Sonnenuntergänge
Matala (Μάταλα) ist ein Stück Gegenkultur-Geschichte an der Südküste Zentralkretas. Das kleine Fischerdorf wurde in den 1960er und 70er Jahren zur Hippie-Legende: In den römischen Grabhöhlen, die in die Sandsteinklippen über dem Strand gehauen sind, lebten Aussteiger aus aller Welt — darunter angeblich auch Joni Mitchell (die hier „Carey" schrieb) und Bob Dylan. „Today is life, tomorrow never comes" steht noch an einer Höhlenwand.
Heute sind die Höhlen eingezäunt und als archäologische Stätte zugänglich (Eintritt: 3€). Sie stammen ursprünglich aus der Römerzeit (1.–2. Jh. n. Chr.) und dienten als Grabkammern — die rechteckigen Aushöhlungen in den Wänden waren Nischen für Sarkophage. Der Kontrast zwischen der antiken Geschichte und der Hippie-Ära macht den besonderen Reiz aus.
Der Strand von Matala ist eine geschützte Bucht mit feinem Sand und klarem Wasser, eingerahmt von den dramatischen Sandsteinklippen. Rechts die Höhlen, links die Klippen — der Sonnenuntergang von Matala gehört zu den schönsten Kretas. Wer über die Klippen nach links klettert (10–15 Minuten, fest trittsicheres Schuhwerk nötig), erreicht den Red Beach (Kokkinos Ammos) — einen FKK-freundlichen Strand mit rotem Sand zwischen Felskulissen. Deutlich ruhiger und wilder als der Hauptstrand.
Jedes Jahr im Juni findet das Matala Beach Festival statt — ein dreitägiges Musikfestival direkt am Strand, das an die Hippie-Ära erinnert, mit Rock, Reggae und Weltmusik. Matala ist auch ein guter Ausgangspunkt für Besuche der minoischen Ausgrabung von Phaistos (15 km nördlich) und der römischen Ruinen von Gortyn (30 km).