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Balinesischer Hinduismus · Abschnitt 3/6

Canang Sari — Tägliche Opfergaben

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Balinesischer Hinduismus|
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Canang Sari — Tägliche Opfergaben

Die kleinen, kunstvollen Schälchen aus Palmblatt, gefüllt mit Blüten, Reis, Räucherstäbchen und Süßigkeiten, die überall auf Bali auf Gehwegen, Schwellen, Altären, Motorrädern und sogar Computer-Tastaturen stehen — das sind Canang Sari, die täglichen Opfergaben.

Jede balinesische Frau stellt morgens mehrere Dutzend davon her und verteilt sie an den wichtigsten Stellen des Hauses, des Tempels und des Geschäfts. Die Herstellung dauert pro Stück wenige Minuten, aber die Symbolik ist tiefgründig:

  • Das Palmblattschälchen (canang) symbolisiert den Kosmos
  • Weiße Blüten (Osten) — Iswara, der Gott der Weisheit
  • Rote Blüten (Süden) — Brahma, der Schöpfergott
  • Gelbe Blüten (Westen) — Mahadeva, der Gott der Stärke
  • Blaue/Grüne Blüten (Norden) — Vishnu, der Erhalter
  • Reis — Nahrung und Dankbarkeit
  • Räucherstäbchen — die Verbindung zum Göttlichen

Canang Sari auf dem Boden sind für Bhuta Kala (Dämonen, niedere Geister) gedacht — Beschwichtigungsgaben, um das Böse fernzuhalten. Die auf erhöhten Schreinen sind für die Götter und Ahnen.

Achtung

Tritt niemals absichtlich auf eine Canang Sari! Auch wenn sie auf dem Gehweg liegt und schon zertreten aussieht — für Balinesen ist das eine Respektlosigkeit gegenüber den Göttern. Versuche, um die Opfergaben herumzugehen.

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