Buenos Aires · Abschnitt 1/12

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Buenos Aires — von seinen Bewohnern liebevoll „BA" oder die „Reina del Plata" (Königin des Silberflusses) genannt — ist eine der aufregendsten Metropolen Südamerikas. Die 15-Millionen-Megacity am Río de la Plata fühlt sich an wie Paris und Rom, gewürzt mit lateinamerikanischem Temperament: breite Boulevards mit Jugendstil-Fassaden, verwinkelte Kopfsteinpflaster-Gassen mit Tango-Musik aus offenen Fenstern, Steakhäuser mit rauchenden Grills und Cafés, in denen die Zeit stehen geblieben ist.

Die Porteños — so nennen sich die Bewohner von Buenos Aires (von „Puerto", Hafen) — sind bekannt für ihre Leidenschaft, ihren Stolz und ihre Gewohnheit, alles spät zu tun: Das Abendessen beginnt um 22 Uhr, das Nachtleben um 2 Uhr morgens, und sonntags schläft die ganze Stadt bis mittags. Buenos Aires lebt in einem eigenen Rhythmus — und wer sich darauf einlässt, wird diese Stadt nie wieder vergessen.

Was viele nicht wissen: Buenos Aires hat mehr Buchhandlungen pro Kopf als jede andere Stadt der Welt, ist eine UNESCO City of Design und besitzt mit dem Teatro Colón eines der akustisch besten Opernhäuser des Planeten. Die Street-Art-Szene ist weltberühmt, die Café-Kultur legendär (die „Cafés Notables" stehen unter Denkmalschutz!), und die Psychoanalytiker-Dichte pro Einwohner ist die höchste weltweit — Porteños lieben es, über sich selbst zu reden.

Orientierung — Die Barrios von Buenos Aires

Buenos Aires besteht aus 48 offiziellen Barrios (Stadtvierteln), von denen etwa ein Dutzend für Reisende relevant sind. Jedes hat seinen eigenen Charakter — fast wie eigenständige Dörfer innerhalb der Megacity:

San Telmo — Das Seelenviertel

Buenos Aires' ältestes erhaltenes Viertel und Geburtsort des Tango. Kopfsteinpflaster, bröckelnde Kolonialfassaden, Antiquitätenläden, Milongas und der legendäre Sonntagsmarkt. Hier lebt der Geist des alten Buenos Aires — bohemehaft, ein wenig heruntergekommen, aber voller Atmosphäre. Im 19. Jahrhundert wohnte hier die Oberschicht, bis eine Gelbfieber-Epidemie 1871 sie nach Norden trieb (nach Recoleta). Die zurückgelassenen Herrenhäuser wurden zu Mietskasernen (Conventillos) für Einwanderer — und hier, in der Enge und Einsamkeit, entstand der Tango.

La Boca — Das Bunte Viertel

Das Arbeiterviertel am Riachuelo-Fluss, bekannt für die farbigen Wellblechhäuser des Caminito und das Stadion La Bombonera. Touristisch, fotogen, aber nur im Bereich Caminito/Estadio sicher. Die bunten Häuser haben ihren Ursprung in den genuesischen Einwanderern, die übrig gebliebene Schiffsfarbe zum Streichen nutzten — jede Fassade in einer anderen Farbe.

Recoleta — Das Elegante Viertel

Argentiniens „Pariser Viertel": Jugendstil-Paläste, der berühmteste Friedhof der Welt (mit Evitas Grab), Museen, Botschaften und teure Boutiquen. Hier wohnt die Oberschicht — alte Familien, deren Vorfahren vor dem Gelbfieber aus San Telmo flohen. Die Avenida Alvear ist Buenos Aires' eleganteste Straße.

Palermo — Das Größte und Trendigste

Buenos Aires' größtes Barrio, inoffiziell unterteilt in mehrere „Sub-Barrios":

  • Palermo Soho: Kopfsteinpflaster, Designerboutiquen, Concept Stores, die besten Cafés der Stadt, Kunstgalerien und die Plaza Serrano (offiziell Plaza Cortázar) als Epizentrum. Hier shoppen, brunchen und flanieren.
  • Palermo Hollywood: Benannt nach den TV-Produktionsstudios. Weniger hübsch als Soho, dafür die beste Gastronomie und das wildeste Nachtleben der Stadt. Craft-Beer-Bars, Speakeasy-Cocktailbars, Restaurants jeder Küche der Welt.
  • Palermo Chico: Das Nobel-Eck mit Botschaften und dem MALBA-Museum.
  • Palermo Viejo: Der historische Kern, fließend übergehend in Soho und Hollywood.
  • Las Cañitas: Kleines, schickes Viertel neben dem Polo-Feld mit eleganten Restaurants und Weibars.

Puerto Madero — Das Moderne

Der ehemalige Hafen, in den 1990ern zum modernsten Viertel umgebaut: renovierte Backsteinlagerhäuser, Wolkenkratzer, die Puente de la Mujer von Santiago Calatrava, Restaurants am Wasser und die überraschende Reserva Ecológica. Sicher, sauber, aber weniger authentisch — hier flanieren eher Geschäftsleute als Tangotänzer.

Microcentro / San Nicolás — Das Geschäftszentrum

Die Avenida 9 de Julio (breiteste Straße der Welt, 140 Meter!), der Obelisco, die Einkaufsstraße Florida, das Teatro Colón und die Avenida Corrientes mit ihren Theatern und Kinos. Tagsüber hektisch, abends leer. Hier steht auch der Obelisco — Buenos Aires' Wahrzeichen von 1936, 67 Meter hoch, an der Kreuzung von 9 de Julio und Corrientes.

Mataderos — Das Versteckte

Am westlichen Stadtrand gelegen, weit weg von den Touristenpfaden. Jeden Sonntag findet hier die Feria de Mataderos statt — ein riesiger Gaucho-Markt mit Folklore-Tänzen, Reitvorführungen, traditionellem Essen und Kunsthandwerk. Das authentischste Buenos-Aires-Erlebnis abseits der üblichen Routen. Anreise: Colectivo 55, 92 oder 126 ab Microcentro (ca. 45 Min.).

💡 Tipp

Palermo Soho ist die beste Basis für deinen BA-Aufenthalt: zentral, sicher, riesige Restaurantauswahl, tolles Nachtleben und gute Anbindung per Subte (Linie D). San Telmo ist atmosphärischer und günstiger, aber nachts etwas rauer — ideal für Alleinreisende und Backpacker, die das „echte" BA suchen.

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