Kreuzritter, Venezianer & Osmanen
Nach der Teilung des Römischen Reiches (395 n. Chr.) gehörte Zypern zum Byzantinischen Reich — fast 800 Jahre lang. Die prächtigen Mosaiken in der Panagia Kanakaria und die Scheunendachkirchen im Troodos stammen aus dieser Ära.
Die Kreuzfahrer-Ära (1191–1489)
1191 eroberte der englische König Richard Löwenherz Zypern auf dem Weg ins Heilige Land. Er heiratete hier seine Braut Berengaria von Navarra (in der Burg von Limassol), verkaufte die Insel aber schnell an den Templerorden, der sie wiederum an den abgesetzten König von Jerusalem, Guy de Lusignan, weiterverkaufte.
Die Lusignans regierten Zypern fast 300 Jahre (1192–1489) und verwandelten die Insel in ein fränkisches Königreich mit gotischen Kathedralen (Nikosia, Famagusta), Burgen (St. Hilarion, Kantara, Buffavento) und dem Kloster Bellapais. Diese Ära prägte das Gesicht Nordzyperns.
Venezianische Herrschaft (1489–1571)
Die letzte Lusignan-Königin, Caterina Cornaro, trat Zypern 1489 an die Republik Venedig ab. Die Venezianer bauten die gewaltigen Stadtmauern von Nikosia (die sternförmigen Festungsmauern stehen bis heute) und Famagusta. Doch trotz dieser Befestigungen fiel die Insel 1570/71 an die Osmanen nach einer blutigen Belagerung Famagustas.
Osmanische Herrschaft (1571–1878)
Die Osmanen regierten Zypern über 300 Jahre. Sie wandelten Kirchen in Moscheen um (Selimiye in Nikosia, Lala Mustafa Pascha in Famagusta), brachten türkische Siedler auf die Insel und bauten Karawansereien (Büyük Han) und Hammams. Die griechisch-orthodoxe Kirche erhielt eine gewisse Autonomie — der Erzbischof wurde zum Ethnarch (Volksführer) der griechischen Zyprer.