Guellala & Berber-Dörfer
★★ Guellala — Das Töpferdorf
Im Süden Djerbas, auf einem Hügel mit Meerblick, liegt das älteste Töpferdorf Tunesiens. Guellala produziert seit über 2.000 Jahren Keramik — die Tradition reicht bis in die punische Zeit zurück. Dutzende Werkstätten säumen die Hauptstraße, in denen Töpfer vor den Augen der Besucher Krüge, Amphoren, Teller und die typischen Djerba-Öllampen auf der Drehscheibe formen.
Besonders sehenswert: das Guellala Heritage Museum (Musée du Patrimoine), das die Traditionen und das Alltagsleben der Djerba-Berber dokumentiert — von Hochzeitsbräuchen über Olivenölproduktion bis zur Keramikherstellung. Das Museum ist in einem traditionellen Houch (Berbergehöft) untergebracht und bietet einen Panoramablick über die Insel.
Guellala, 22 km südlich von Houmt Souk. Museum: 7 TND. Werkstätten: frei zugänglich.
★★ Djerba-Moscheen
Djerba hat eine einzigartige Moschee-Architektur: Die über 300 kleinen weißen Moscheen der Insel sehen aus wie Miniatur-Festungen — quadratisch, mit dicken Mauern, ohne Minarett (oder nur einem kleinen). Sie gehören zur ibadischen Glaubensrichtung, einer eigenständigen islamischen Strömung, die nur auf Djerba, in Teilen Algeriens und im Oman praktiziert wird. Die Ibaditen kamen im 7. Jahrhundert nach Djerba und prägen die Inselkultur bis heute.
- Moschee Fadhloun: Eine der ältesten (10. Jh.), mit unterirdischen Räumen, die als Versteck in Krisenzeiten dienten.
- Moschee von Mahboubine: Fotogene weiße Kubusform inmitten von Olivenhainen — ein typisches Djerba-Motiv.
Meninx — Vergessene Römerstadt
An der Südostspitze Djerbas liegen die kaum ausgegrabenen Ruinen von Meninx, der antiken Hauptstadt der Insel. Unter dem Sand verbirgt sich eine komplette römische Stadt mit Forum, Thermen und Villen. Was bisher freigelegt wurde: Mosaikfragmente, Säulenreste und ein antiker Hafen. Für Archäologie-Fans ein faszinierender Ort, auch wenn es wenig zu „sehen" gibt — die Fantasie muss arbeiten.