Die spanische Eroberung
Neunzig Jahre Widerstand (1402–1496)
Die Eroberung der Kanarischen Inseln war kein schneller Feldzug — es war ein fast hundertjähriger Krieg. Während die östlichen Inseln (Lanzarote, Fuerteventura) relativ schnell fielen, leisteten die Guanchen auf den westlichen Inseln erbitterten Widerstand.
Teneriffa war die letzte Insel, die fiel. Der Conquistador Alonso Fernández de Lugo landete 1494 mit 2.000 Soldaten — und erlitt in der Primera Batalla de Acentejo (1494) eine vernichtende Niederlage: Die Guanchen unter Mencey Bencomo töteten über 1.000 Spanier in einem Hinterhalt in einer engen Schlucht. Es war eine der schlimmsten Niederlagen der spanischen Kolonialkräfte.
Fernández de Lugo kehrte 1495 mit Verstärkung zurück. In der Schlacht von Aguere (November 1495) und der Segunda Batalla de Acentejo (Dezember 1495) besiegten die Spanier die Guanchen endgültig — unterstützt durch Schusswaffen, Kavallerie und vor allem durch Seuchen (Pest, Grippe), die die Guanchen-Bevölkerung dezimiert hatten. Am 25. Juli 1496 ergab sich der letzte Mencey — Teneriffa wurde spanisch.
Kolonialzeit (16.–18. Jahrhundert)
Nach der Eroberung wurde Teneriffa schnell zu einem wichtigen Handelsknotenpunkt zwischen Europa, Afrika und der Neuen Welt. Die Insel profitierte vom Dreieckshandel:
- Zuckerrohr (16. Jh.): Erste Exportkultur, mit Sklaven aus Afrika angebaut.
- Wein (16.–17. Jh.): Teneriffas Malvasía-Wein wurde nach England, Flandern und in die Neue Welt exportiert. Shakespeare erwähnt ihn mehrfach.
- Cochenille (19. Jh.): Aus Schildläusen gewonnener roter Farbstoff wurde das wichtigste Exportgut — bis synthetische Farben den Markt zerstörten.
- Bananen (ab 1880): Bis heute das wichtigste Agrarprodukt der Insel.