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Gesellschaft & Kultur · Abschnitt 3/3

Die Samen — Norwegens Ureinwohner

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Die Samen — Norwegens Ureinwohner

Die Samen (Sámi) sind das einzige anerkannte indigene Volk Europas und leben seit mindestens 3.500 Jahren in Sápmi — einem Gebiet, das sich über den Norden Norwegens, Schwedens, Finnlands und die Kola-Halbinsel Russlands erstreckt. In Norwegen leben ca. 40.000–60.000 Samen, vor allem in der Finnmark, Troms und Nordland.

Die Geschichte der Samen in Norwegen ist schmerzhaft: Die Norwegisierungspolitik (fornorsking) vom 19. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre versuchte systematisch, samische Sprache, Kultur und Identität auszulöschen. Samische Kinder mussten norwegische Internatsschulen besuchen, samische Namen wurden verboten.

Seit den 1970er Jahren hat ein kulturelles Revival stattgefunden: Das Sameting (Samisches Parlament) in Karasjok (gegründet 1989) vertritt die Interessen der Samen, samische Sprachen haben offiziellen Status, und die samische Kultur erlebt eine Renaissance — von der Musikerin Mari Boine über den Joik (traditioneller Gesang) bis zu zeitgenössischer samischer Kunst.

Für Reisende: In Karasjok kann man das Sámi-Parlament und das Sámiid Vuorká-Dávvirat (Samisches Museum) besuchen. In Kautokeino findet das Sámi Osterfestival statt — Rentierrennen, Joik-Wettbewerbe, Lavvu-Camps. In Alta zeigen die Felszeichnungen (UNESCO-Welterbe) das Leben der Vorfahren vor 7.000 Jahren.

💡 Tipp

Die Samen sind kein Museumsvolk — sie leben und wirtschaften im modernen Norwegen. Respektiere ihre Kultur: Frage um Erlaubnis, bevor du Rentierherden fotografierst, und sei zurückhaltend bei persönlichen Fragen zur samischen Identität. Wenn du einen Joik hörst, ist das keine Aufführung, sondern Ausdruck tiefer Emotion.

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