Verhaltensregeln für Besucher
Respekt zeigen — so geht es richtig
Myanmar ist ein tolerantes Land, und die Menschen verzeihen Touristen viele Fauxpas mit einem Lächeln. Aber Respekt vor dem Buddhismus ist nicht verhandelbar. Wer die folgenden Regeln beachtet, zeigt Achtung und wird dafür mit noch mehr Offenheit belohnt:
In Tempeln und Pagoden
- Schuhe und Socken ausziehen: In JEDEM religiösen Gebäude und auf dem gesamten Tempelgelände. Keine Ausnahmen, keine Diskussion. Der Boden kann heiß, nass oder dreckig sein — das gehört dazu.
- Schultern und Knie bedecken: Keine Shorts, Tanktops, schulterfreie Tops oder freizügige Kleidung in Tempeln. Viele Tempel verleihen Longyi-Röcke am Eingang (kostenlos).
- Füße nie auf Buddha zeigen: Die Füße gelten als der unreinste Körperteil. Sitze nie mit ausgestreckten Beinen vor einer Buddha-Statue. Knie seitlich anwinkeln oder im Schneidersitz.
- Buddha-Statuen nicht berühren: Sofern nicht ausdrücklich erlaubt (z.B. beim Blattgold-Auftragen an bestimmten Stellen).
- Fotografieren: In den meisten Tempeln erlaubt, aber nie den Blitz verwenden und nie respektlose Selfie-Posen vor Buddha-Statuen einnehmen.
Gegenüber Mönchen
- Frauen dürfen Mönche nicht berühren: Auch keine versehentliche Berührung — Mönche weichen aktiv aus. Beim Übergeben von Gegenständen: auf den Tisch legen, der Mönch nimmt es auf.
- Mönche ansprechen: Ist durchaus erlaubt und willkommen! Viele Mönche freuen sich über Gespräche auf Englisch — sie üben gerne die Sprache. Fotografieren nach freundlicher Frage.
- Beim Almosen-Sammeln: Wenn du morgens einer Mönchsprozession begegnest und etwas geben möchtest: Reis oder Essen in die Almosenschale legen. Geld ist auch akzeptiert. Der Mönch wird nicht danken — er gibt dir die Gelegenheit, Verdienst zu sammeln.
Im Alltag
- Kopf nicht berühren: Der Kopf gilt als heiligster Körperteil. Niemandem — besonders nicht Kindern — über den Kopf streicheln.
- Thanaka: Die gelblich-weiße Paste auf den Wangen vieler Birmanen (besonders Frauen und Kinder) ist Thanaka — eine natürliche Kosmetik aus gemahlener Baumrinde, die gleichzeitig als Sonnenschutz, Hautpflege und Schönheitsmittel dient. Ein Zeichen burmesischer Identität.
- Longyi: Der Wickelrock, den fast alle Birmanen tragen (Männer und Frauen), ist kein Folkloregewand, sondern Alltagskleidung. Einen Longyi auf dem Markt zu kaufen und zu tragen wird von Einheimischen als respektvolle Geste geschätzt.