Geschichte · Abschnitt 2/2

Kolonialzeit bis heute

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Kolonialzeit bis heute

Britisch-Burma (1885–1948)

In drei Anglo-Burmesischen Kriegen (1824, 1852, 1885) eroberten die Briten das gesamte Königreich. König Thibaw, der letzte König, wurde 1885 mit seiner Familie nach Indien ins Exil geschickt — das Ende von 800 Jahren burmesischer Monarchie. Die Briten machten Rangoon (Yangon) zur Hauptstadt und verwandelten Burma in einen wichtigen Reis- und Teakholz-Exporteur. Die kolonialen Gebäude, die heute Yangons Altstadt prägen, stammen aus dieser Ära.

Unabhängigkeit & Aung San

Der Held der Unabhängigkeitsbewegung war General Aung San — Vater von Aung San Suu Kyi und bis heute der meistverehrte Birmane. Er gründete die burmesische Armee, verhandelte mit den Japanern, wechselte im Krieg die Seiten und handelte schließlich die Unabhängigkeit von den Briten aus. Am 19. Juli 1947 wurde er — sechs Monate vor der Unabhängigkeit — zusammen mit sechs Kabinettsmitgliedern ermordet. Am 4. Januar 1948 wurde Burma unabhängig.

Militärdiktatur (1962–2011)

1962 putschte General Ne Win und etablierte den „Burmesischen Weg zum Sozialismus" — eine bizarre Mischung aus Sozialismus, Nationalismus und Aberglaube (er änderte die Banknoten, damit sie durch seine Glückszahl 9 teilbar waren). Das Land, einst eines der reichsten Asiens, verarmte dramatisch. Burma wurde zum Einsiedlerstaat.

1988: Massenproteste gegen das Regime. Aung San Suu Kyi, Tochter des Nationalhelden, wurde zur Ikone der Demokratiebewegung. Die Militärjunta schlug die Proteste blutig nieder (geschätzte 3.000 Tote) und stellte Suu Kyi unter Hausarrest — insgesamt 15 Jahre. 1991 erhielt sie den Friedensnobelpreis. 2010 wurde sie freigelassen.

Demokratisierung und Rückschlag

2015: Suu Kyis Partei NLD gewann die Wahlen in einem Erdrutschsieg. Myanmar öffnete sich, Touristen strömten ins Land, die Wirtschaft wuchs. Doch die Euphorie wurde getrübt durch die Rohingya-Krise (2017) im Rakhine-Staat, die international als ethnische Säuberung verurteilt wurde.

1. Februar 2021: Das Militär (Tatmadaw) putschte erneut, verhaftete Suu Kyi und ihre Regierung und übernahm die Macht. Seitdem befindet sich Myanmar in einer schweren Krise: bewaffneter Widerstand in vielen Landesteilen, wirtschaftlicher Verfall und humanitäres Leid. Die Zukunft Myanmars ist ungewiss — aber der Wille des Volkes zur Demokratie ist ungebrochen.

Achtung

Seit dem Militärputsch am 1. Februar 2021 befindet sich Myanmar in einer politischen und humanitären Krise. Aung San Suu Kyi ist inhaftiert, bewaffnete Konflikte haben in vielen Landesteilen zugenommen. Informiere dich vor der Reise gründlich über die aktuelle Lage und beachte die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

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