Khustain Nuruu — Die letzten Wildpferde
Der Khustain-Nuruu-Nationalpark, nur 100 km westlich von Ulaanbaatar, ist die Heimat eines der erfolgreichsten Artenschutzprojekte der Welt: die Wiederansiedlung der Przewalski-Pferde (mongolisch: Takhi). Diese stämmigen, struppigen Pferde mit dem aufrechten Mähnenkamm sind die letzten echten Wildpferde der Erde — genetisch nie domestiziert, anders als alle anderen „wilden" Pferde, die verwilderte Hauspferde sind.
Die Przewalski-Pferde waren in freier Wildbahn ausgestorben. Das letzte wilde Exemplar wurde 1969 gesichtet. Ab 1992 wurden Pferde aus Zoos und Zuchtprogrammen (Prag, München, Rotterdam) in der mongolischen Steppe wiederangesiedelt. Heute leben über 400 Tiere im Khustain-Nuruu-Park — eine Erfolgsgeschichte, die Hoffnung macht.
Besuch & Beobachtung
- Beste Zeit: Abends zwischen 17 und 19 Uhr, wenn die Herden zu den Wasserstellen und in die Täler kommen. Im Morgengrauen ebenfalls gute Chancen.
- Anreise: Tagesausflug ab Ulaanbaatar (2 Stunden Fahrt) oder Übernachtung im Park-Ger-Camp (empfohlen, da die Abendstunden am besten sind).
- Eintritt: 15.000 MNT (ca. 4€). Ein Guide des Parks begleitet dich zu den besten Beobachtungspunkten.
Neben den Wildpferden leben im Park auch Rotwild, Wölfe, Dachse, Murmeltiere und über 200 Vogelarten. Der Park ist sanft hügelig, mit Steppengrasflächen und kleinen Wäldern — eine wunderschöne Landschaft, die zeigt, wie die mongolische Steppe ohne menschlichen Einfluss aussieht.